30 Jahre

SCIENCE TALK – Wissenschaft kompakt in zehn Minuten.

Welche Forschungs- und Transferaktivitäten gibt es in Sachsen-Anhalt? Welche sozialen und technischen Innovationen werden entwickelt? Wie steht es um die regionale Verankerung der Hochschulen? Diese und weitere Fragen beantworten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Journalismus-Studierenden in kurzweiligen SCIENCE TALKS.

Termine

Wegen der gegenwärtigen Corona-Pandemie haben wir unsere bisherige Jahres-Planung den Gegebenheiten angepasst und werden den SCIENCE TALK noch stärker digitalisieren. Dafür können wir auf bereits vorhandene Ideen, motivierte Moderatorinnen und engagierte Kolleg*innen an der Hochschule Magdeburg-Stendal zurückgreifen. 

Moderation

Studierende interviewen Forschende.

Für eine lockere Gesprächsatmosphäre interviewen Journalismus-Studierende die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In einem kurzen Porträt stellen sie sich kurz vor:

Vera Reinicke

Vera über sich: Hey, ich bin Vera, bin 24 Jahre alt und komme ursprünglich aus dem Norden von Sachsen-Anhalt, genauer gesagt aus Salzwedel. Seit 2016 studiere ich an der Hochschule Magdeburg-Stendal Journalismus mit dem Schwerpunkt Politik und Gesellschaft und befinde mich schon im sechsten Semester. 
Nebenbei arbeite ich in der Redaktion von Radio SAW und nun auch beim Verbundprojekt TransInno_LSA als Moderatorin. Schon seit vielen Jahren faszinieren mich die Moderation und das Führen von Interviews, weshalb ich später gerne als Radiomoderatorin arbeiten würde.

Eine weitere große Leidenschaft von mir ist das Singen. Ich singe seit Jahren auf Hochzeiten, Geburtstagen und öffentlichen Veranstaltungen. In meiner Freizeit gehe ich gerne ins Kino, fahre in andere Städte und treffe mich mit meiner Familie und meinen Freunden. Außerdem bin ich eine totale Hundeliebhaberin und verbringe gerne Zeit mit meinem Labrador.

(Foto: Catherina Stuckmann)

Katharina Gebauer

Katharina über sich: Hallo an alle! Ich bin Kati, 20 Jahre jung und studiere Journalismus im sechsten Semester mit politischer Vertiefung. Das Format SCIENCE TALK des Verbundsprojektes TransInno_LSA fand ich schon als Zuschauerin total symphatisch und interessant, um innovative Ideen in lockerer Atmosphäre näher gebracht zu bekommen und sich darüber studienübergreifend auszutauschen. Deshalb freue ich mich, jetzt auch an dem Projekt mitarbeiten zu dürfen.

Obwohl Magdeburg als meine Studienstadt für immer einen Platz im meinem Herz gewonnen hat, zieht es mich sehr oft zurück zu meinen Freunden in meine Heimatstadt Hannover und meine Wahlheimat Hamburg, wo ich für mein Inlandspraktikum ein halbes Jahr lang gelebt habe. Während ich in Hannover mit Hund im Wald dem Alltag entfliehen kann, gehe ich in Hamburg für Tier- und Menschenrechte auf die Straße.

Foto: Catherina Stuckmann

Laura Meng

Laura über sich: Hey, ich bin Laura, 24 Jahre alt und studiere im sechsten Bachelorsemester Journalismus.

Aufgewachsen bin ich mitten in NRW, für mein Journalismus-Studium hat es mich aber nach Magdeburg gezogen. Mittlerweile bin ich im sechstem Semester und seit Anfang des Jahres auch ein Teil des Science Talk.
Für mich steht es klar im Fokus, Journalismus besonders als ein Kommunikationsmittel zu betrachten, das uns auch kompliziertere Themen näher bringt. Deshalb finde ich es auch besonders spannend, bei diesem Projekt Einblicke in Wissenschafts- und Forschungsbereiche geben zu dürfen.

Morwenna Lehmann

Morwenna über sich: Hallo zusammen, ich bin Mo, 23 Jahre alt und studiere im Master Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal mit dem Schwerpunkt Internationale Konflikte. Das Format Science Talks des Verbundprojektes TransInno_LSA zeigt wie wichtig es ist, komplizierte wissenschaftliche Zusammenhänge verständlich aufzuarbeiten. Auf diese Herausforderung freue ich mich schon sehr!
Meinen Bachelor habe ich in Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften in der Nähe von Nürnberg (Bayern) absolviert. Meine Freude am Sprechen habe ich schon relativ früh als Büttenrednerin eines Faschingsvereins entdeckt. Erste Moderationserfahrungen konnte ich bisher in Campusradiosendungen und Radiopraktika sammeln.

 

Foto: Julia Thies

Julia Thies

Julia über sich: Hey, ich bin Julia, 24 Jahre alt und studiere im Master Journalismus mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Soziales. Ursprünglich komme ich aus der Kleinstadt Lemgo im Norden von Nordrhein-Westfalen und obwohl ich Magdeburg sehr lieb gewonnen habe und es die perfekte Stadt zum Studieren ist, bin ich meiner Heimat sehr verbunden und deswegen auch so oft es möglich ist noch dort. In meiner Freizeit verbringe ich gerne Zeit mit meinen Freunden, gehe wandern, werde kreativ oder verreise.
Journalistisch gesehen interessiere ich mich sehr für politische und gesellschaftliche Themen. Aber auch für die Wissenschaft, weswegen ich SCIENCE TALK als das optimale Format ansehe, um diese beiden Aspekte miteinander zu vereinen. Ich freue ich mich, bei dem Projekt TransInno_LSA mitzuarbeiten und so wissenschaftliche Themen sowie innovative Ideen kennenzulernen und diese für jeden zugänglich und verständlich zu machen.

 

Foto: Morwenna Lehmann

Social Media

Immer informiert: Auch auf Instagram und Twitter können Sie uns finden.

Instagram: vtrans_sciencetalk
Twitter: transinno_lsa

Magazin

Im Wintersemester 2020/21 erscheint unser SCIENCE-TALK-Magazin unter dem Leitthema "Durchlässig - Über die Permeabilität des Hochschulsystems im Land Sachsen-Anhalt" mit zwölf inspirierenden SCIENCE TALKS. Einen ersten Eindruck über die Inhalte des Heftes finden Sie auf Instagram unter vtrans_sciencetalk. 

Kapitel 1 - Spürbar
Für mehr Miteinander | Von Mensch und Müll | Ist das Diskriminierung? | Eine gesunde Portion Information

Kapitel 2 - Sichtbar
Forschung mobilisiert | Wie digital sind wir? | Mit smarter Hilfe durch den Alltag | Wissenschaft im Schaufenster

Kapitel 3 - Machbar
Miteinander verbunden | Ein Kofferraum fürs Fahrrad | Ein Schaukelpferd aus Pilzen | Aus Fehlern ohne Schaden lernen

Wenn Sie Interesse an einer Printausgabe haben, schicken Sie uns einfach eine E-Mail an diana.doerks@h2.de. Wir lassen Ihnen dann gern Ihr persönliches Exemplar zukommen.

Das SCIENCE-TALK-Magazin mit dem Leitthema "Durchlässig - Über die Permeabilität des Hochschulsystems im Land Sachsen-Anhalt" als pdf

Podcast

Idee

Das SCIENCE TALK-Prinzip: Innovation durch Kommunikation

Gute Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ist in unserer heutigen Zeit wichtiger als je zuvor. In Form von transparenten Gesprächen mit Forschenden und Gründungsinterressierten bietet das Format SCIENCE TALK eine Informationsquelle rund um die Bereiche Wirtschaft, Forschung und Transfer im Zusammenhang mit den  Verbundhochschulen in Sachsen Anhalt. Um euch relevante und vor allem verständliche Informationen zu bieten, folgt der SCIENCE TALK folgenden Prinzipien:

  • Offenheit: Es herrscht eine lockere Gesprächsatmosphäre; Studierende interviewen die Wissenschaftlerinnen/ Wissenschaftler auf der Science Couch.
  • Flexibilität: Ob als Magazin, Podcast oder im Live-Gespräch - wir arbeiten multimedial und können dadurch in verschiedensten Situationen mit dem passenden Format Wissenschaft und Fortschritt in LSA eine Bühne geben.
  • Gemeinschaft: Wir sind ein gemischtes Team aus wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Studierenden. Mit unseren unterschiedlichen Perspektiven bringen wir Abwechslung in das Format.
  • Prägnanz: Kurz und verständlich - In kompakten Formaten konzentrieren wir uns auf die für euch relevanten Informationen rund um dass Forschungs- und Innovationsgeschehen in LSA.
  • Regionalität: Es wird die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern hervorgehoben.
  • Integration: Wenn möglich, wird das Format in bestehende Veranstaltungen integriert.
  • Verbundenheit: Das Format bietet u.a. eine Plattform für die Hochschulen Harz, Merseburg und Magdeburg-Stendal im Rahmen des Verbundprojektes TransInno_LSA.
  • Vielfalt: Das Format bildet die thematische Vielfalt der Hochschulen ab (wissenschaftliche Abschlussarbeiten, Lehrforschungsprojekte, Forschungs- und Transferprojekte, Gründungsprojekte, etc.)
  • Dynamik: Wir haben regelmäßig erscheinende Formate, sind aber auch flexibel. Aktuell erscheint alle zwei Wochen eine neue Folge unseres SCIENCE TALK-Podcast auf Spotify. Mit unserer SCIENCE TALK-Couch sind wir live oder digital auf verschiedenen Veranstaltungen in und um Magdeburg unterwegs.

Das Format SCIENCE TALK ist eine Initiative des Projektes „Verstetigung von Transferprozessen“ (VTrans), eines von elf Teilprojekten im Rahmen des Verbundprojektes „TransInno_LSA“, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aus der Förderinitiative „Innovative Hochschule“. Erstmalig wurde es zum Tag der Forschung am 5. Dezember 2018 an der Hochschule Magdeburg-Stendal durchgeführt.


SCIENCE TALKS zum Anhören

Ein eigener SCIENCE-TALK-Podcast geht am h2-Science-Day am 25. November 2020 erstmalig an den Start. Er widmet sich u.a. den Schwerpunkten Forschung, Gründung und Transfer und ist auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar.

SCIENCE TALKS zum Anschauen

Passend zu den Fachrichtungen an der h2 widmeten sich die SCIENCE TALKS auf der Virtual Campus Week vom 8. bis 12. Juni 2020 täglich einem anderen Schwerpunkt: Umwelt und Ressourcen, Wirtschaft und Sprachen, Gesundheit, Soziales und Bildung, Energie und Technik sowie Medien und Design.

E-Mobility for grid services

Energie und Technik

Landesstrategie für Gesundheit(skompetenz)

Gesundheit, Soziales und Bildung

Telemann

Medien und Design

DiMediCa

Wirtschaft und Sprachen

PIRAT-Systems

Umwelt und Ressourcen

SCIENCE TALKS zum Nachlesen

Ausgewählte Talks können Sie hier nachlesen. Wenn auch Sie Interesse haben, ihr Projekt/ ihre Idee auf der Science Couch zu präsentieren, freuen wir uns, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Isometric Illustration: Annalena Pfeiffer, Studentin Industrial Design

Ozeane voller Plastikmüll - Ist unsere Welt noch zu retten?

25. Mai 2019, Hochschule Magdeburg-Stendal, Rohstoffwerkstatt

Die Wissenschaftlerin Prof. Dr. Gilian Gerke (2.v.r.) leitet am Fachbereich Wasser, Umwelt, Bau und Sicherheit den Studiengang Recycling und Entsorgungsmanagement und setzt sich auch über die Campusgrenzen hinaus für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen ein. Gemeinsam mit dem NBU engagiert sie sich im Projekt „Plastic Ocean“ für den Schutz und Erhalt der Meere. Zusammen mit dem Doktoranden Lars Tegtmeier und der studentischen Hilfskraft Max Gabriel gibt sie im SCIENCE TALK mit Vera Reinicke und Simeon Laux anlässlich der Langen Nacht der Wissenschaft in Magdeburg einen kurzweiligen Einblick in ihre Forschung (Foto: Catherina Stuckmann).

Vera: Frau Gerke, womit beschäftigen Sie sich hier am Fachbereich konkret in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz?

Prof. Dr. Gilian Gerke: Wir befassen uns mit Kunstoffrecycling, genauer gesagt mit der Frage, was man machen kann, um langlebige wiederverwertbare Produkte aus dem Material Kunststoff zu entwickeln.  

Vera: Inwiefern ist denn die Politik noch stärker gefragt, welche Weichen müssten gestellt werden, damit es besser wird?

Prof. Dr. Gilian Gerke: Ich bin überhaupt keine Politikerin. Genau das überlasse ich eigentlich immer den anderen. Eigentlich muss mehr Druck kommen, also Gesetze, Kontrollen, das ist immer das Wichtigste, was zu einer guten Abfallwirtschaft dazu gehört. Zum Beispiel haben wir jetzt gerade, seit 2019 ein Verpackungsgesetz mit höheren Recycling-Quoten bekommen. Das spielt uns in die Hand und ist genau der richtige Weg. Das Material sollte nicht nur einen thermischen Weg gehen, sondern muss auch verwertet werden und dafür ist die Gesetzgebung da.

Vera: Hätten Sie denn Tipps für uns, was man im Alltag besser machen könnte in Bezug auf den Plastikverbrauch?

Prof. Dr. Gilian Gerke: Auf jeden Fall aufmerksam sein. Es sollten möglichst wenig Kunststoffe gekauft werden. Viele Plastiktüten kann man sich sparen, wenn man eine Tasche dabei hat oder zum losen Obst und Gemüse statt dem Eingepackten greift. Da kann man täglich sehr viel tun.

Vera: Welche konkreten Lösungsansätze werden hier an der Hochschule erforscht und entwickelt?

Prof. Dr. Gilian Gerke: Wir beschäftigen uns mit dem Ende der Wertstoffkette und zwar damit, wie besser und in höheren Qualitäten sortiert und recycelt werden kann, damit wir nicht von einem Down-, sondern von einem Upcycling sprechen.

Simeon: Um einen aktuellen Bezug herzustellen: „Fridays for future“ ist gerade in aller Munde und geht durch die Medien. Gestern fand ganz aktuell ein globaler Klimastreik statt. Auch hier in Magdeburg wurde vor dem Rathaus gestreikt. Inwiefern ist denn diese zumindest teilweise zunehmende Sensibilität für Nachhaltigkeit und einen besseren Umgang mit der Umwelt ein guter Schritt von der Wegwerfgesellschaft wegzukommen und im Kollektiv nachhaltiger zu agieren?

Max: Ich glaube auf jeden Fall, dass eine Sensibilisierung der Gesellschaft bei dem Thema hilft. Es hilft Leute darauf aufmerksam zu machen, damit weniger Abfälle produziert werden. Denn das sind die besten Abfälle. Ich glaube, dass eine zunehmende Sensibilisierung durch solche Demonstrationen geschehen kann.

Simeon: Wie sehen Sie das, Frau Gerke? Würden Sie sagen, das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein oder kann das tatsächlich zu einem Umdenken in der Gesellschaft führen?

Prof. Dr. Gilian Gerke: Ich finde es toll, dass endlich wieder Leute auf die Straße gehen. Ich kenne das aus meiner Schulzeit, da sind die Leute auf die Straße gegangen und auch wir, als Schüler und Schülerinnen und dann war ganz lange nichts und deshalb finde ich es gut, dass endlich wieder etwas passiert. Dass junge Leute sagen: „Ihr da oben, was macht ihr da eigentlich?“ und, dass wir mitgerissen werden. Das ist ein kleiner Schritt, aber ein ganz wichtiger. Das sieht man auch bei der Europawahl. Was ist wichtig? Die Umwelt ist uns wichtig, denn wir brauchen sie für die Zukunft, wenn wir weiter gut leben wollen.

Simeon: Lars, du bist Doktorand am Fachbereich. Kannst du uns ein paar Worte zu dem sagen, womit du dich im Rahmen deiner Doktorarbeit beschäftigst? Und was hat das Gesamtthema Nachhaltigkeit dabei für einen Stellenwert?

Lars: In meiner Promotion geht es um Langzeitversuche von Kunststoff in Gewässern. Das hat also auch einem direkten Bezug zur Umwelt. Dabei werden Kunststoffproben sowohl bei uns im Labor in Aquarien, als auch in der Ostsee und in der Elbe untersucht und geschaut welche thermischen und mechanischen Einflüsse auf sie wirken und ob das Material danach noch recycelt werden kann. Um wieder den Bogen zur Umwelt zu spannen: Es gibt viele Aktionen, bei denen Abfälle aus dem Meer eingesammelt werden. Dabei stellt sich aber die Frage, was danach mit den Materialien passieren soll. In meiner Promotion untersuche ich, ob diese Materialien überhaupt noch recycelt werden können, also ob es noch einen Sinn hat diese werkstofflich zu verarbeiten.

Simeon: Klingt auf jeden Fall nach einem sehr spannenden Projekt und du hast es gerade schon ein bisschen vorweggenommen. Heute Abend findet hier ein Streaming vom Film „A Plastic Ocean“ statt. Danach schließt eine Podiumsdiskussion an. Es gibt Initiativen wie „The Ocean Cleanup“ zur Säuberung der Meere. Wie realistisch ist das in den nächsten Jahren?

Lars: Bei der Frage, ob das realistisch ist damit die Weltmeere zu reinigen bin ich immer leicht pessimistisch. Ich glaube nicht, dass das so viel ausmachen wird. Letztendlich tragen wir täglich so viel Abfall in unsere Umwelt ein und damit auch in die Meere, dass wir da niemals gegen ankommen werden. Es ist eine schöne Aktion, es passiert etwas und man kann aktiv werden, allerdings sehe ich das als Tropfen auf dem heißen Stein. Es rüttelt die Leute allerdings wach und schafft ein Bewusstsein. Und wenn sie irgendwann verstehen, dass der Abfall nicht in die Umwelt und nicht ins Meer gehört, dann ist das schon ein sehr großer Schritt, den wir gemacht haben, um unsere Meere letzten Endes vom Abfall zu befreien.

Simeon: Aber es kann dann wahrscheinlich nur ein Teil oder nur eine Möglichkeit von vielen Optionen sein, um dagegen langfristig anzukämpfen. Max, du bist als wissenschaftliche Hilfskraft tätig. Was machst du denn konkret hier am Fachbereich?

Max: Ich unterstütze Frau Gerke und Lars Tegtmeier bei ihrer Arbeit. Das heißt ich vermesse zum Beispiel im Labor Proben oder übernehme Recherchearbeiten für die Hochschule. Bei Projekten wie „fishing for litter“ werden auch die Hiwis eingebunden, um dann in Gruppen zum Beispiel an die Nordsee zu fahren und dort die gesammelten Proben zu begutachten und diese dann einer Datierung zu unterziehen.

Simeon: Kommen wir zu den Initiativen, die die Hochschule als Forschungsbetrieb beisteuern kann, um das Thema Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben. Was ist da in den nächsten Jahren geplant oder wo mangelt es aktuell, wo man sich als wissenschaftliche Institution stärker mit einbringen könnte?

Prof. Dr. Gilian Gerke: Wir wollen im Bereich hochwertiges Recycling weitermachen. Und ganz wichtig auch im internationalen Bereich. Der größte Eintrag an Abfällen in die Weltmeere kommt aus Asien. Dort möchten wir Länder dabei unterstützen abfallwirtschaftliche Systeme aufzubauen, die das selbst nicht stemmen könnten. Da sind Kuba und Indonesien nur zwei Beispiele, wo wir tätig sind. Weiterhin arbeiten wir in zwei Pfeilern der Umweltbildung. Wir wollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene bilden und ihnen erklären was es heißt, die Umwelt zu schützen und ihnen beibringen, wie wir mit unseren Abfällen umgehen.

Vera: Wir haben gesehen, dass hier vorne Joghurtbecher als Lampenschirm für eine Lichterkette dienen. Das finden wir sehr interessant, dass man aus Dingen, die man eigentlich entsorgt doch noch etwas Schönes machen kann. Hätten Sie vielleicht noch andere Tipps für den Alltag oder Beispiele, wie man Müll weiter verwerten kann?

Prof. Dr. Gilian Gerke: Da gibt es ganz viele Ansätze. Aus alten Tetrapacks basteln wir zum Beispiel mit Kindern Portemonnaies. Oder eine unserer Studentinnen hat aus alten Gläsern ein Gewürzregal gebaut. Eigentlich kann man aus allem irgendetwas machen, man muss nur ein bisschen Fantasie haben.

Simeon: Das Motto der Langen Nacht der Wissenschaft ist „Wie wollen wir morgen leben?“. Uns würde es interessieren, welche Vision ihr vom zukünftigen Leben habt.

Lars: Persönlich würde ich mich nach der Promotion gerne bei einem großen Kunststoffrecycler sehen. Ich möchte das Wissen, das ich hier gesammelt habe gerne umsetzen und einen Beitrag leisten das Recyceln zu verbessern. Auf der anderen Seite würde ich es gerne sehen, wenn wir in der Zukunft weniger Verpackungsabfälle hätten und wenn Hersteller Produkte entwickeln, die wieder recycelt werden können.

Prof. Dr. Gilian Gerke: Einmal bin ich schonmal ziemlich im Leben angekommen. Ich habe den tollsten Beruf, ich arbeite mit jungen Menschen und ich arbeite mit dem tollsten Material. Von daher bin ich ziemlich zufrieden. Und wenn ich nicht mehr arbeite, dann möchte ich gerne ein kleines Haus haben, mit Blick auf das Meer, mit einem Kräutergarten und die Weise, mit grauen Haaren im Dorf sein und mein Wissen weitergeben.

Max: Persönlich möchte gern noch innerhalb meines Studiums ein Auslandssemester machen und könnte mir gut vorstellen nach dem Studium für ein paar Jahre im Ausland zu arbeiten. Gerade in Ländern, in denen die Abfallentsorgungssysteme noch nicht so weit entwickelt sind wie hier, weil man dort mit seiner Arbeit noch einen sehr viel größeren Einfluss hat, als hier in Deutschland, wo das System schon sehr viel weiterentwickelt ist. Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass es eine allgemeine Sensibilisierung der Gesellschaft zu diesem Thema gibt. Wir haben einen Einfluss auf die Umwelt und sollten versuchen sie für die kommenden Generationen zu erhalten. Deswegen hoffe ich, dass wir uns von der Wegwerfgesellschaft entfernen.

Simeon: Das ist ein schönes Schlusswort für den ersten SCIENCE TALK. Vielen Dank Ihnen, Frau Gerke, vielen Dank Lars und Max, für die Einblicke heute Abend.

25. Mai 2019
SCIENCE TALK im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaft in der Rohstoffwerkstatt des Fachbereichs Wasser, Umwelt, Bau und Sicherheit der Hochschule Magdeburg-Stendal in Magdeburg

schauwerk - Das Schaufenster der Hochschule

15. Februar 2019, schauwerk.

Das schauwerk im Breiten Weg 114a hat im Februar 2019 im Rahmen der Vernissage „Werkschau light“ seine Tore geöffnet. Es ist ein gemeinschaftlicher Versuch der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Stadt Magdeburg, dem Leerstand in der Innenstadt entgegenzuwirken. Studierende des Instituts für Industrial Design haben gemeinsam mit dem Institutsleiter Prof. Dominik Schumacher in wenigen Wochen die leerstehende Ladenfläche zwischen Opernhaus und Katharinenturm in einen modernen, stilsicheren Ort für Design, Co-Working, Ausstellungen, Vernetzung und Veranstaltungen verwandelt. Im SCIENCE TALK mit Rieke Smit und Simeon Laux sprechen der Wirtschaftsdezernent der Stadt Magdeburg Rainer Nitsche, Institutsleiter Prof. Dominik Schumacher und Industriedesign-Student Julian Rußmeyer über die Entstehung dieser kreativen Stätte (Foto: Diana Doerks).

Simeon: Herr Schumacher, die erste Frage geht an sie: Wie ist es überhaupt zum schauwerk gekommen, wie verlief der Entstehungsprozess?

Prof. Dominik Schumacher: Es hat mich sehr gefreut, dass Herr Nitsche letzten Sommer unsere Werkschau im Forum Gestaltung eröffnet hat. Dabei haben wir uns kennengelernt und sind ins Gespräch gekommen. Unter anderem zur Stadt selbst, aber auch zur Kulturwirtschaft hier in Magdeburg. Ich bin dann in die Semesterferien gegangen, hab nochmal über das Thema nachgedacht, auch in Bezug auf andere Hochschulen, die schon dazu übergangen sind Leerstände in Städten zu nutzen und mit kulturellen Angeboten zu füllen. Im August habe ich dann Herrn Nitsche angeschrieben und ihn gefragt, wie das in Magdeburg aussieht, da mir Leerstand aufgefallen ist. Herr Nitsche hat mich sofort zu einer Sitzung eingeladen und wenige Wochen später war ich mit der Wobau Magdeburg dann schon in der Stadt unterwegs und wir haben uns Leerstände angesehen. Wir sind uns schnell einig geworden über dieses Objekt und so kam es, dass wir Mitte Dezember 2018 eingezogen sind.

Rieke: Sie haben die Wobau als Partner bereits angesprochen. Wer hat sonst noch mitgewirkt?

Prof. Dominik Schumacher: Die Stadt Magdeburg trägt alle Nebenkosten, die Wobau stellt uns die Räume zur Verfügung und die MDCC sorgt für die Internetanbindung. Dann gibt es noch kleinere Sponsoren, die uns helfen und dank derer wir zum Beispiel einen Kühlschrank haben.

Simeon: Julian, du bist Teil des studentischen Organisationsteams. Ihr habt hier innerhalb von acht Wochen eine komplett leerstehende Ladenfläche zu so ansehnlichen Räumlichkeiten umgebaut. Nimm uns doch mal ein bisschen mit hinter die Kulissen, wie habt ihr hier als studentisches Team zusammengewirkt?

Julian: Wir haben ein Team, das sich um die Organisation der Werkschau kümmert und aus diesem Team heraus hat sich eine kleine Gruppe gebildet, die sich dem Laden angenommen hat. Ab Dezember ging es nach und nach voran: Termine zum Streichen wurden vereinbart, große Pläne geschmiedet und geplant, was wir in diesem Raum verwirklichen wollen. Wir haben also einfach angefangen und alles nach und nach abgearbeitet. Wir hatten sehr viele Pläne, von denen einige aber auch wieder verworfen wurden. Die Bar haben wir zum Beispiel aus Paletten gemacht, die eigentlich Restbestände sind. Beide Gruppen sind dann am Ende ineinander übergegangen und haben sich darum gekümmert, dass zur Eröffnung Mitte Februar 2019 alles fertig ist.

Simeon: Gab es am Ende Termindruck oder habt ihr euren Zeitplan gut einhalten können?

Julian: Zusätzlich zu diesem Kurs haben wir natürlich auch noch andere Kurse an der Hochschule. Dazu kommen dann noch Abgaben, die Projekte und einige andere Dinge. Fast alle, die in der Planungsgruppe waren, haben hier in dem Raum dann auch etwas ausgestellt. Das war eine Zusatzbelastung für viele. Die Termine wurden oftmals nach hinten verschoben. Dass der zeitliche Druck dann kam, musste auch so sein, damit alles fertig wird. Es wurden am Ende einige Nachtschichten von ein paar Studierenden eingelegt, ohne die die Realisierung nicht möglich gewesen wäre.

Rieke: Herr Nitsche, welches Ziel verfolgt die Stadt mit der Kooperation rund ums schauwerk, warum hat die Stadt Magdeburg sich daran beteiligt?

Rainer Nitsche: Als Herr Schumacher vorhin die Entstehungsgeschichte geschildert hat, kam mir gleich in den Sinn: Da haben sich zwei gefunden. Zwei Persönlichkeiten durchaus, aber auch zwei Probleme und zwei Problemlagen und die haben wir miteinander verbunden. Die Stadt steht vor dem Problem, dass sie dafür sorgen muss, dass ihre Innenstadt nicht ausstirbt, dass sie nicht verkommt, dass sie nicht leblos wird. Genauso natürlich auch die Geschäftszentren der Stadt. Wir haben sehr lebhafte, aktive Geschäftszentren in Sudenburg, in der Neustadt und im Stadtfeld, um die wichtigsten zu nennen. Da haben wir ein Programm aufgelegt, das unter anderem den Bereich „inszenierte Innenstadt“ enthält, das heißt, wir wollen die Innenstadt in Szene setzen, wir wollen natürlich die Händler*innen unterstützen, dass sie onlinefähig werden und diesem Wettbewerb standhalten, dass sie Ideen aufnehmen und verschiedene Strategien fahren. Wir wollen die Innenstadt also in Szene setzen und natürlich auch noch baulich erweitern und verdichten. Ein Aspekt davon ist, dass wir Leerstände vermeiden müssen. Das ist tödlich für eine lebendige Innenstadt.

So kam das also wunderbar zusammen, dass auch die Otto-von-Guericke Universität schräg gegenüber mit dem in:takt einen Leerstand belebt und hier in diesem Raum das Projekt von Herrn Schumacher mit der Werkschau, aber eben auch das Projekt von Frau Falk-Bartz und Herrn Nauck mit der Thematik „Shopping 4.0“ Einzug hält. Das alles ging wunderbar beieinander und deswegen ging es auch relativ schnell und ich bin sehr dankbar, dass diese Projekte ins Laufen gekommen sind, dass wir sehr schnell auch die vertraglichen Grundlagen geschaffen haben und dass die Wobau mit im Boot ist. Dadurch partizipieren wir, damit Leben in diese beiden Plätze kommt, da der Nordabschnitt des Breiten Wegs es etwas nötiger hat als der südliche Abschnitt. Damit werden natürlich auch Projekte verwirklicht, an denen wir interessiert sind. Es wird geforscht wie Kultur, Innenstadt und Handel verbunden werden können. Das ist der Anspruch von dem Projekt von Herrn Weiner im in:takt. Und wie man Händler*innen unterstützt, mit welchen tollen Ideen ist ja zum Beispiel heute hier, bei „Shopping 4.0“ besprochen worden. Ich bin total begeistert von dem, was ich hier erlebe auf den verschiedenen Stationen und manches ist so unmittelbar praktisch anwendbar, dass wir uns da wirklich in einem kleinen Team mal unterhalten sollten, ob wir da nicht gleich zur Sache gehen.

Simeon: Vielen Dank für diesen Einblick, Herr Nitsche. Herr Schumacher, nochmal an Sie die Frage: Das schauwerk an sich soll ja als Co-Working-Space genutzt werden, in dem interdisziplinär zusammengearbeitet werden kann. Gibt es da konkrete Pläne für die nächsten Wochen oder Monate, wie kann das gestaltet werden?

Prof. Dominik Schumacher: Wie das konkret aussehen kann, wird sich noch ergeben. Ab März oder Ende März haben wir hier einen Praktikanten, der sich hauptsächlich um das schauwerk kümmern wird. Dann gibt es noch das Organisationsteam von Studierenden, die aktiv diesen Raum hier betreuen. Und bis Ende März gibt es auf jeden Fall eine Gruppe, die Lust hat den Raum bis zum Anfang des nächsten Semesters weiter zu bespielen und in und mit ihm zu arbeiten. Unsere Ausstellung im vorderen Bereich lassen wir drin, so dass Besucher*innen, aus der Fußgängerzone jederzeit in den Laden gehen können. Ich denke der Co-Working-Space wird sich relativ schnell von alleine ergeben, weil es einfach schöner ist mit Kommiliton*innen zusammen in einem Raum zu sitzen und zusammen zu arbeiten. Ansonsten gibt es auch schon sehr unterschiedliche Anfragen aus unterschiedlichen Bereichen für Sitzungen, Events und anderes. Für diese Anfragen zeigt sich die Studierendengruppe, die hier die Protagonist*innen sind, sehr offen und ich bin selbst sehr gespannt, wie der Stein hier ins Rollen kommt. Für mich ist das eine Art Freiraum, den wir, die Stadt und die Hochschule, den Studierenden zur Verfügung stellen und ich denke wir gucken einfach mal im nächsten halben Jahr, wie dieser Freiraum gefüllt werden kann. Im Semester bin ich natürlich auch sehr aktiv und treibe die Aktivitäten und die Planung im Bauhaus-Jahr voran. Dann kann hier nochmal ein Symposium zu designrelevanten Themen, die ich dann auch curricular verknüpfen möchte, stattfinden. Ich habe aber immer kommuniziert und würde mich auch sehr freuen, wenn die Studierenden sich diesen Freiraum hier erobern. Schön wären natürlich auch Kooperationen mit anderen Studiengängen der Hochschule, wie zum Beispiel den Journalist*innen. So können die in sich sehr geschlossenen Bachelorstudiengänge etwas aufgebrochen werden und Allianzen geschmiedet werden.

Simeon: Das Projekt soll ja vorerst bis August 2019 laufen. Wie wahrscheinlich ist denn eine Verlängerung über den August hinaus?

Prof. Dominik Schumacher: Das müssen wir Herr Nitsche fragen, aber ich glaube das hängt zum großen Teil davon ab, ob sich ein*e Mieter*in für das Geschäft finden wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist auch, wie sich das Projekt gestaltet. Da ist die Außenwahrnehmung wichtig, da es Begründungen für die Wobau geben muss, einen Sinn zu sehen, dieses Projekt weiter zu betreuen. Die Stadt muss auch immer gucken, ob sie das weiter begründen kann, was hier passiert. Deswegen sage ich den Studierenden auch immer, dass sie am Ball bleiben müssen. Es bringt nichts den Raum zu haben, wenn am Ende nichts passiert. Dann braucht man das Geld auch nicht zu investieren. Ich bin offen für eine Verlängerung, aber das muss sich erst ergeben. Wir sind schon sehr froh, dass wir das bis zum 31. August 2019 machen dürfen, denn wenn jemand kommt, der*die sagt er*sie möchte diesen Raum hier mieten, dann kann man schwer begründen, dass man es dieser Person nicht vermietet, denn man macht dieses Leerstandsmanagement genau aus so einem Grund, um Objekte attraktiv zu machen, um sie dann später wieder vermieten zu können. Sollte dieser Fall eintreten, bekommt man dann vielleicht auch einen Umzug in eine andere Lage hin, aber das muss man dann gucken.

Rieke und Simeon: Vielen Dank für die Einblicke. 

schauwerk.design

15. Februar 2019
SCIENCE TALK im Rahmen der „Think CROSS – Change MEDIA”-Konferenz im Schauwerk, Magdeburg

Trenux - Der Kofferraum für das Fahrrad

13. Februar 2019, schauwerk.

Auf der Suche nach einem einfachen, praktikablen und platzsparenden Mechanismus zum Transport von Gegenständen mit einem Fahrrad entwickelten die Mechatronik-Studenten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Finn Süberkrüb und Markus Rothkötter Trenux, den Kofferraum für das Fahrrad. In seiner Bachelor-Arbeit optimierte der Industriedesigner der Hochschule Magdeburg-Stendal, Moritz von Seyfried, den Fahrrad-Anhänger hinsichtlich der Ergonomie und Semantik weiter. Im SCIENCE TALK mit Rieke Smit und Simeon Laux berichtet er gemeinsam mit Markus über ihre produktive Zusammenarbeit (Foto: Diana Doerks).

Rieke: Moritz, du hast dich in deiner Bachelorarbeit mit dem Thema „Urbaner Transport“ beschäftigt, genauer gesagt mit dem Fahrrad als Transportmittel für den täglichen Gebrauch. Wie bist du auf das Thema gekommen?

Moritz: Da ich selbst in Magdeburg nur Fahrrad fahre, steckt eine persönliche Motivation dahinter. Meinen Einkauf erledige ich auch mit dem Rad, momentan behelfe ich mir dabei mit einer Sporttasche, die ich auf dem Rücken trage. Hinzu kommt, dass ich im zweiten Stock wohne und mein Fahrrad nicht gern über Nacht draußen stehen lasse. Das heißt mein Fahrrad trage ich zusätzlich zu den Einkäufen zwei Stockwerke hoch.

Simeon: Das erste Fahrrad wurde vor mehr als 200 Jahren im Jahr 1817 konstruiert. Wie kann es sein, dass es bis heute noch keine Lösung für den optimalen Transport von Gütern mit einem Fahrrad gibt?

Moritz: Das könnte in der Geschichte des Fahrrads selbst begründet liegen, da dessen Erfindung von vielen Rückschlägen geprägt war. Es gibt ein paar Varianten von Fahrradanhängern im Handel, die aber für mich zum Beispiel nicht in Frage kommen, da ich sie separat die Treppen hoch tragen müsste.

Simeon: Also es gibt noch kein Modell, das quasi eins mit dem Fahrrad wird.

Moritz: Ja, genau. Da wurde ich von einer Kommilitonin mit Markus Rothkötter und Finn Süberkrüb bekannt gemacht. Sie haben den Anhänger letztendlich erfunden.
Markus:
Wir standen vor dem gleichen Problem wie Moritz. Man hat viel zu transportieren, man möchte sein Fahrrad für alles verwenden, weil es einfach das beste Transportmittel überhaupt ist. Nach einer Fahrradtour, bei der uns ein Anhänger kaputt gegangen ist, haben Finn und ich uns hingesetzt und gedacht: „Ey, das können wir doch besser.“ Wir haben sehr viel an der Mechanik getüftelt, bis wir ein Funktionsmodell mit der heutigen Grundfunktion hatten; das heißt einen Fahrradanhänger mit Platz für zwei komplette Getränkekästen, welcher mit einem Handgriff zusammenklappbar ist und sich wie ein Gepäckträger die ganze Zeit am Fahrrad befindet. Auf der weltgrößten Fahrradmesse, der Eurobike, ist unser Konzept so gut angekommen, das wir es verfeinern und massentauglicher machen wollten. Die Idee ist es, ein System zu haben, das eins mit dem Fahrrad wird, deswegen haben wir dann einen Produktdesigner gesucht.

Simeon: Wie ist denn die Zusammenarbeit zwischen euch entstanden?

Moritz: Meine Kommilitonin hat den Kontakt hergestellt und Markus, Finn und ich haben uns zunächst darüber ausgetauscht, was ich für meine Bachelorarbeit will und was Finn und Markus an Arbeitsleistung und Input brauchen. Wir sind schnell auf einen gemeinsamen Nenner gekommen. Ich habe meine Bachelorarbeit über den Anhänger geschrieben und versucht bestimmte ergonomische, semantische und technische Dinge weiter zu entwickeln.

Rieke: Zu welchem Ergebnis seid ihr gekommen? Welcher Fortschritt ist in der Arbeit entstanden?

Moritz: Der Fortschritt ist sowohl der ergonomische, als auch der semantische. Der Anhänger ist optisch nicht mehr so wirr. Er hat jetzt zwar immer noch sehr viele metallische Bauteile, die man klappen kann, aber durch die vordere Bande, die oben drüber sitzt, wenn der Anhänger zusammengeklappt ist, bekommt er eine gewisse Ruhe und zusätzlich gibt es keine Stoffschlaufe mehr, um den Anhänger aufzuklappen, sondern einen soliden Griff, den man wie einen Koffer entriegeln kann.

Simeon: Ich stelle mir das so vor, dass ihr zusammen ganz kreativ in einer Werkstatt an euren Ideen tüftelt und Tag und Nacht zusammen rumschraubt. War eure Zusammenarbeit tatsächlich so?

Moritz: Ziemlich genau so, ja. Seit Dezember gibt es ein Büro mit angeschlossener Werkstatt und da haben wir die meiste Zeit verbracht und getüftelt. Jeder hat bestimmte Aufgaben gehabt.
Markus:
Gerade am Anfang, als Moritz an der Entwicklung seines Themas saß, sind viele grundlegende Entscheidungen zur generellen Struktur des Anhängers nochmal auf den Prüfstand gestellt wurden. Wie Moritz schon gesagt hatte, gab es viele klappende Teile am Anhänger und er hätte zu Entwicklungsbeginn schon viele Ideen einbringen können. Einige Ideen konnten wir leider gar nicht alles in dieser Generation des Modells umsetzen, da wir auf Zulieferer angewiesen sind und auch andere Bereiche Zeit fressen. Wir mussten den Anhänger, den wir schon hatten Schritt für Schritt anpassen. Moritz ist jetzt auch schon in die Entwicklung der weiteren Generationen unseres Anhängers eingebunden. Und viele Ideen, die er am Anfang eingebracht hat, werden jetzt in den weiteren Generationen mit umgesetzt. 

Simeon: Das klingt auf jeden Fall sehr spannend. Es ist schön, dass Moritz auch weiterhin mit an Bord ist. Wann können wir den ersten Fahrradanhänger von euch kaufen? 

Markus: Wir möchten im Frühjahr eine Crowdfunding-Kampagne machen und die erste marktreife Testserie anbieten. Zur Fahrradsaison soll es losgehen.

Simeon: Wir drücken euch auf jeden Fall die Daumen und werden euren Fortschritt über die sozialen Medien weiter mitverfolgen. Euch ganz viel Erfolg und vielen Dank für eure Einblicke.

trenux.de
schauwerk.design

13. Februar 2019
SCIENCE TALK im Rahmen der Werkschau light im schauwerk, Magdeburg



Impulse für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft im Download

Das SCIENCE-TALK-Magazin mit dem Leitthema "Durchlässig - Über die Permeabilität des Hochschulsystems im Land Sachsen-Anhalt" als pdf

Kontakt

Prorektorin für Forschung, Entwicklung und Transfer
Prof. Dr. Kerstin Baumgarten

Tel.: (0391) 886 41 05
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