Bausteine für die Altmark
Kinder und Jugendliche entdecken durch das Projekt „W:INT Altmark“ spielerisch Technik, Naturwissenschaften und Informatik. Foto: Valeria Rademeier.
„Der ländliche Raum wird oft als unattraktiv dargestellt, mit vielen Herausforderungen, die wir jedoch eher als Charakterzüge sehen“, sagt Valeria Rademeier. Gemeinsam mit Prof. Dr. Jens-Martin Loebel arbeitet sie an der Hochschule Magdeburg-Stendal im Projekt „W:INT Altmark“. Das Wortspiel aus Wirtschaft und MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – steht für das Ziel des Projekts: Kinder und Jugendliche frühzeitig für diese Themen zu begeistern.
Thematisch greift das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Projekt aktuelle Fragen auf – von Digitalisierung über Künstliche Intelligenz bis hin zu Nachhaltigkeit. Kinder sollen dafür sensibilisiert werden, was in ihrer direkten Umgebung passiert: Wie funktionieren Solaranlagen? Was macht ein Imker? Welche Rolle spielt die Landwirtschaft in der Region? „Es geht darum, den Bezug herzustellen zwischen der eigenen Lebenswelt und diesen Themen“, erklärt Rademeier.
„Im Verbund bringen wir technisches Know-how, pädagogische Erfahrung und Praxiswissen zusammen. Über unser regionales Netzwerk kommt das direkt in der Altmark an – in Form von Angeboten, die Schulen und andere Lernorte nutzen und übernehmen können“, sagt Jens-Martin Loebel.
Ein Anlaufpunkt dafür ist das MakerLab an der Hochschule Magdeburg-Stendal in Stendal. In der Kreativwerkstatt stehen unter anderem 3D-Drucker, Lasercutter und VR-Brillen zur Verfügung. Neben Studierenden werden zunehmend auch Kinder und Jugendliche einbezogen. „Wir hatten zum Beispiel ,Weihnachten im Lab‘ mit Grundschülern, die eigene Lego-Bausteine entworfen und gedruckt haben“, berichtet Rademeier.
Gleichzeitig ist es ihr wichtig, mit den Angeboten direkt zu den Kindern zu gehen. „Da wird deutlich, wie sehr diese Angebote gebraucht werden“, betont Rademeier. So wurden an einer Grundschule Sehenswürdigkeiten des Landkreises Stendal aus Pappe nachkonstruiert. Aktuell besucht das Projekt gemeinsam mit dem Schüler-Labor-Technik der Otto-von-Guericke Universität verschiedene Schulen im Unterricht und bietet Workshops zu Technik und Informatikthemen an, etwa zu Algorithmen mit kleinen programmierbaren Autos.
Die Resonanz ist positiv. „Ein Kind sagte: ,Ich dachte erst, es wird langweilig, aber es war richtig cool‘“, erzählt Rademeier. Viele Kinder freuen sich auf das Weiterbauen. „Man merkt Staunen und Begeisterung – dieses ,Ah, cool, das habe ich gemacht‘.“ Niederschwellige Zugänge seien ihr besonders wichtig, da MINT-Fächer oft mit Vorurteilen behaftet seien.
Geplant sind weitere Angebote, etwa generationsübergreifende MINT-Cafés und eine stärkere Einbindung regionaler Akteure. „Bildung bedeutet, Wissen und Fähigkeiten zu entwickeln, um die Welt mitzugestalten“, sagt Rademeier. Gerade der ländliche Raum brauche dafür mehr Zugänge, mehr Wissen und mehr Sichtbarkeit. Gemeinsam mit regionalen Partnern bündelt das Projekt unterschiedliche MINT-Zugänge. Darunter das Jung-Forscher-Centrum Stendal des UNA e. V. und der SITI e. V.
Schulen im Altmarkkreis Salzwedel und im Landkreis Stendal sowie weitere Interessierte an den Angeboten können sich per E-Mail an valeria.rademeier@h2.de wenden.
Text: Laura Naujoks
Verbundpartner sind die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, das Schüler-Institut für Technik und angewandte Informatik SITI e. V., das Unternehmernetzwerk Altmark (UNA) sowie die Hochschule Magdeburg-Stendal.
Projektlaufzeit: 1.9.2024 – 30.4.2027


