Ein Robotermärchen

Ein Blick in die Ausstellung im Foyer des Puppentheaters. Foto (Ausschnitt): Puppentheater Magdeburg

Ein Blick in die Ausstellung im Foyer des Puppentheaters. Foto (Ausschnitt): Puppentheater Magdeburg

Ordentlich aufgereiht stehen sie im Foyer des Puppentheaters Magdeburg: Puppen aus den Händen von Studierenden. Genauer gesagt: aus den 3D-Druckern des Instituts für Industrial Design an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Präsentiert werden die Ergebnisse verschiedener Seminare in Zusammenarbeit mit dem Puppentheater.



Fabelhaft, wie zwei Ensemblemitglieder die Puppen mit Namen wie Rostzahn oder M-D 26 erstmals öffentlich in vorsichtige Bewegungen versetzen. Die skurril anmutenden Plastikwesen erinnern entfernt an Roboter. Warum Roboter? „Die Idee kam aus dem Puppentheater.“, sagt Mathias Bertram. Er ist Professor und Leiter des Instituts und freut sich während der Vernissage außerordentlich über den Erfolg des gemeinsamen Projektes – und mehr noch: auch über die Arbeit an sich und über die Begeisterung der Studierenden. Die hätten sich nämlich alle wesentlich mehr mit dem Stoff beschäftigt, als es der Umfang der Wahlpflichtveranstaltung eigentlich vorsehen würde. Das wiederum sehe man den Puppen an. Bertram: „Ich wollte gern einen Zusammenhang zur Industrie im Projekt haben. Roboter passen da gut. Da aber bei Star Wars als Vorlage Lizenzprobleme drohten, wurden die Robotermärchen von Stanisław Lem als Inspiration ausgewählt.“ Der ebenfalls aus Polen stammende Daniel Mróz habe mit seinen Illustrationen der Werke Lems ganz besondere Wesen auf dem Papier erschaffen. 



Neben dem Fleiß lobt Bertram auch die tiefe Beschäftigung der Studierenden mit dem Rapid Prototyping. Die Freude am Entdecken habe da Potenziale gehoben, wovon sie weiter profitieren würden. Doch nicht nur die Technik war wichtig. Co-Projektleiterin auf Seiten des Puppentheaters ist Dr. Carolin Ott. Sie sagt: „Durch den gegenseitigen Austausch zwischen den Studierenden, Mitgliedern des Puppentheaters und externen Expert:innen aus den Bereichen Dramaturgie, Puppenbau, Spiel sowie Theaterpädagogik konnten beide Seiten wertvolle Impulse und Rückmeldungen teilen. Entstanden sind innovative Konzepte und Objekte, die Design, Ingenieurwissenschaft und Puppenbaukunst verknüpfen.“ 



Erst im April 2026 war das Projekt mit einem großen Kennenlernen im Puppentheater gestartet. Da war schon viel über den Weg und das Miteinander verhandelt worden, um aus der ersten Idee von Rektorin Prof. Dr. Manuela Schwartz und Intendantin Sabine Schramm eine konkrete Zusammenarbeit werden zu lassen. 

Die Ergebnisse der Seminare Material Advanced (Bachelor-Studiengänge Industrial Design sowie Recycling, Umwelt und Nachhaltigkeit) unter der Leitung von Cora Gebauer und Prof. Dr.-Ing. Gilian Gerke sowie Rapid Prototyping, geleitet von Prof. Mathias Bertram sind nicht das Ende der Zusammenarbeit, die, da sind sich alle einig, im Wintersemester zum gegenseitigen Nutzen fortgesetzt werden soll. 

Die Kooperation ist Teil des Projekts „Zukunft p. – Forschung und Tradition im KI-Zeitalter“ am Puppentheater Magdeburg und wird gefördert durch „Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen“, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes. 
nd



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