Eine Million Euro für Forschung zum Heizen mit eMethanol

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wiese (l.) und Prof. Dr.-Ing. Przemyslaw Komarnicki (r.) mit dem Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD) in einer Laborhalle. Foto: Matthias Piekacz

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wiese (l.) und Prof. Dr.-Ing. Przemyslaw Komarnicki (r.) mit dem Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD) in einer Laborhalle. Foto: Matthias Piekacz

Die Hochschule Magdeburg-Stendal erhält für ein neues Forschungsprojekt eine Mio. Euro aus EU-Mitteln. Während die Energiewende im Strombereich gut voranschreitet, sinken die CO2-Emissionen im Gebäudebereich vergleichsweise langsam. Grund: In Deutschland werden aktuell 55 Prozent des Stroms aus regenerativen Quellen wie Wind und Sonne erzeugt; dagegen heizen zwei Drittel der Haushalte noch mit fossilem Gas und Öl. Ein Team der Hochschule will jetzt erforschen, ob und wie bestehende Gebäude statt mit klimaschädlichen Energieträgern künftig mit klimaneutralem eMethanol beheizt werden können.

Für das Forschungsprojekt „GreenMetHome“ gibt es finanziellen Rückenwind vom Land: Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann hat heute den Förderbescheid über gut eine Million Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) an die Projektleiter Prof. Dr. Przemyslaw Komarnicki und Prof. Dr. Jürgen Wiese überreicht. Die Unterstützung kommt aus dem vor einem Jahr gestarteten Programm „Sachsen-Anhalt Wissenschaft STEP“, mit dem das Wissenschaftsministerium Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Land insgesamt 85 Millionen Euro aus EU-Mitteln für strategische Forschungs- und Innovationsprojekte zur Verfügung stellt.

Minister Willingmann betonte: „Heizen sorgt in unseren Gebäuden mit Abstand für die meisten CO2-Emissionen. Dabei spielt Öl gerade im ländlichen Raum weiterhin eine große Rolle. Hier kommt das klimafreundliche grüne Methanol ins Spiel. Es lässt sich gut speichern und transportieren, zudem können bestehende Infrastrukturen genutzt werden. Und schließlich haben wir mit der heimischen Chemieindustrie perspektivisch einen starken Partner für die Herstellung vor der Haustür. Es geht also um eine realistische Option für mehr Klimaschutz, die sich auch vergleichsweise schnell umsetzen ließe. Das macht das Forschungsprojekt der Hochschule Magdeburg-Stendal so spannend. Und es zeigt, wie wir dank europäischer Förderung gezielt in Zukunftsthemen investieren, um regionale Wertschöpfung zu initiieren. So hat Sachsen-Anhalt das Potenzial, zum Vorreiter für nachhaltige Wärmetechnologien zu werden.“

Prof. Dr. Przemyslaw Komarnicki unterstrich: „Die Energiewende gelingt nur, wenn wir Strom, Wärme und Mobilität gemeinsam denken und technisch wie wirtschaftlich zu einem sektorgekoppelten Energiesystem weiterentwickeln. Mit ‚GreenMetHome‘ wollen wir diesen Ansatz für die Raumheizung entwickeln und pilothaft umsetzen.“ Prof. Dr. Jürgen Wiese ergänzte: „Mit ‚GreenMetHome‘ knüpfen wir an mehrere von uns erfolgreich durchgeführte Projekte aus dem Bereich der erneuerbaren Energie an.“

Im Forschungsprojekt soll ein technisches, digitales und wirtschaftliches Konzept entwickelt und erprobt werden, wie klimaneutrales eMethanol fossile Energieträger wie insbesondere Heizöl im Gebäudebestand ersetzen könnte. Im Projekt soll u.a. erforscht werden, welche Anpassungen an Bestandsanlagen notwendig sind und wie sich bestehende Heizsysteme möglichst einfach umrüsten lassen. Dazu gehören auch ein Sanierungsleitfaden für die Praxis, Analysen der Wirtschaftlichkeit sowie der Aufbau eines Demonstrators für die gesamte Prozesskette von der Erzeugung und Speicherung über den Transport bis hin zur Nutzung im Gebäude. 

Budget für GreenMetHome: 1.033.511,86 EUR
Laufzeit: 1. Juni 2027 bis 31. Mai 2029.

Das Ministerium teilt weiter mit: Die Resonanz auf das im September 2025 gestartete Förderprogramm „Sachsen-Anhalt Wissenschaft STEP“ war riesig: Mehr als 200 Projektanträge wurden von Hochschulen und Forschungseinrichtungen eingereicht, insgesamt 73 davon konnten bewilligt werden.

Kontakt

Pressesprecher Norbert Doktor

Norbert Doktor

Tel.: (0391) 886 41 44 
E-Mail: pressestelle@h2.de

Ort: Campus Magdeburg, Haus 4, Raum 1.03

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