Ist der Fußball noch zu retten?

Ist der Fußball noch zu retten? Grafik: Carsten Boek

Ist der Fußball noch zu retten? Grafik: Carsten Boek

Magdeburg. Am 14. April beginnt anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft an der Hochschule Magdeburg-Stendal eine Ringvorlesung mit dem Titel „Ist der Fußball noch zu retten?“. Bis zum 9. Juni sprechen dienstags ab 18.15 Uhr Journalisten, Sportexperten und der FCM-Geschäftsführer zu Themen rund um die WM, Fankultur, Kommerzialisierung, soziale Verantwortung von Fußballvereinen oder den Ostfußball im Jahr 2026. 

Die Ringvorlesung ist öffentlich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bis auf den Termin am 2. Juni (Avnet-Arena, VIP-Lounge) finden alle im Audimax (Haus 15) auf dem Campus der Hochschule an der Breitscheidstraße in Magdeburg statt. Veranstalter sind die Hochschule Magdeburg-Stendal und das Fanprojekt Magdeburg.

Die Termine im April 

14. April: Drei Länder, drei Systeme, eine WM 2026     
  
Zum Auftakt geht der Blick in die drei Gastgeberländer: Wie ist die aktuelle politische Lage und Stimmung in den USA, Kanada und Mexiko? Wie wirkt sich das auf die WM aus und welche Bedeutung hat diese für das Land und die dortige Bevölkerung? Einblicke geben Martin Ganslmeier, ARD Studioleiter Hörfunk in New York, zugeschaltet aus den USA, Ryan Gyaki, Men's Soccer Head Coach an der Mount Royal University Calgary und früherer Spieler u. a. bei Hansa Rostock, live aus Kanada und direkt im Audimax Michael Stoffl, der für das Zeitspiel-Magazin direkt in Mexiko recherchierte. 

Nach der Veranstaltung haben Jornalismus-Studierende Michael Stoffl interviewt. Das Ergebnis gibt es auf Instagram: h2Journalismus

21. April: Reflexionen über das Verlieren im Fußball 
Niemand verliert gern. Es gibt bei der Betrachtung des Spiels nichts Ärgerliches als die Niederlage der offensichtlich besseren Mannschaft oder des Teams, das den schöneren Fußball spielt. Im Fußball hat das Verlieren mehrere Dimensionen: individuelle, gruppenbezogene, gesellschaftliche, ökonomische und manchmal sogar politische. Ein Ideal im Sport ist der faire Verlierer. Der Fußall ist allerdings der Mannschaftssport, in dem am häufigsten versucht wird, mit unfairen Mitteln den Erfolg der anderen abzuwenden.Titus Simon wagt in seinem Vortrag einen Ritt durch die Geschichte des Fußballs und der ihm innewohnenden Niederlagen. Sie können verschmerzbar, verdient, ungerecht oder schmerzlich sein und wachsen sich manchmal zu nationalen Tragödien aus.  
Dr. Titus Simon war Sozialarbeiter und später bis zur Pensionierung Professor für Jugendarbeit und Jugendhilfeplanung im Studiengang Soziale Arbeit an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er war Initiator des Magdeburger Fanprojektes und begleitete jahrelang die Arbeit des Fanprojektes als Vorsitzender dessen Beirats. Er ist zudem Mitbegründer der Ringvorlesungen zum Fußball, die seit 20 Jahren immer anlässlich der Männer-WM auf dem Campus stattfinden. 

28. April: Aufgestiegen aus Ruinen? Ostfußball anno 2026 

Im Herbst 1989 fiel die Mauer, der Kalte Krieg ging zu Ende. Und auch auf dem Rasen schien das Timing perfekt: Als die DFB-Elf im Sommer 1990 in Italien Weltmeister wurde, feierte eine ganze Nation, von Köln bis Dresden, von Rostock bis München, endlich grenzenlos. Doch während im Westen wieder der gewohnte Alltag einkehrte, vollzog sich im Osten der große Umbruch: Fabriken schlossen, Klubs verloren ihre Stars, Traditionen verschwanden. Die neue Realität war gnadenlos – wirtschaftlich, politisch, kulturell – auch im Fußball.  
Als Journalist und Historiker befasst sich Jan Mohnhaupt seit Jahren mit der Geschichte des ostdeutschen Fußballs, besonders zur Wendezeit. Wie stark diese Umbruchphase noch heute die Atmosphäre in den Stadien prägt, hat er am Beispiel des 1. FC Magdeburg intensiv beobachtet und miterlebt. Beim einzigen Europapokalsieger aus der ehemaligen DDR zeigt sich eindrücklich, dass Geschichte nie vergangen ist, der vermeintlich abgehängte Ostfußball aber lebendiger denn je ist. 

Die Aufzeichnung von „Aufgestiegen aus Ruinen? Ostfußball anno 2026“ kann unter folgendem Link aufgerufen werden: https://medialibrary.h2.de/Play/17703

5. Mai: Die Ultras – eine raumgreifende Fankultur
Von Magdeburg bis Kaiserslautern, von Rostock bis Burghausen – die Ultras sind nicht zu übersehen. Im Stadion schon gar nicht, aber eben auch nicht in den Städten, in denen Tags, Graffities und Millionen von Stickern nicht nur Eingeweihten zeigen, in wessen Revier sie sich gerade aufhalten.
Ultras sehen nicht nur die Kurve, sondern den gesamten öffentlichen Raum als ihr Territorium. Und damit im Zweifelsfall auch als Freiraum, um eine kreative Fankultur zu leben und Botschaften zu transportieren, die im engeren und weiteren Sinne politisch sein können. Immer wieder testet und überschreitet die aktive Fanszene dabei auch Grenzen. Und nicht immer ist das so offensichtlich wie bei den Vorfällen rund um das Derby FCM gegen Dynamo Dresden. In seinem Vortrag referiert der freie Journalist Christoph Ruf, der die Ultraszene grundsätzlich positiv sieht, über das Spannungsverhältnis zwischen Fankultur und öffentlichem Raum. Er liest dabei auch kurze Passagen aus seinen Büchern „Kurvenrebellen, die Ultras“ und „Genug geredet – die Reformunfähigkeit des Fußballs und die Inkonsequenz der Fans“. Mit anschließender Diskussion.

Die Aufzeichnung von „Die Ultras – eine raumgreifende Fankultur“ kann unter folgendem Link aufgerufen werden: https://medialibrary.h2.de/Play/17708

Alle Termine auf einen Blick 
h2.de/rvfussball


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