KI in Medienhäusern: Chancen, Risiken, starker Wunsch nach Zusammenarbeit

Sie haben die Studie erarbeitet: Jonas Schützeneder, Michael Graßl und Sina Thaesler Kordonouri (v. l.). Foto: Raphael Kast

Sie haben die Studie erarbeitet: Jonas Schützeneder, Michael Graßl und Sina Thaesler Kordonouri (v. l.). Foto: Raphael Kast

Die Medienbranche sieht im täglichen Umgang mit KI-Chancen, aber auch Risiken und Kompetenzlücken. Besonders deutlich wird der Wunsch nach Zusammenarbeit – vor allem untereinander und mit der Wissenschaft. Das zeigt eine Befragung des AI for Media Network des Bayerischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit der LMU München und der Universität der Bundeswehr München. 


Daran beteiligt war Prof. Dr. Michael Graßl (Hochschule Magdeburg-Stendal), der erklärt: „Unsere Befragung zeigt, wie dynamisch Journalismus und Medien von den KI-Entwicklungen geprägt werden. Wir haben bereits jetzt zahlreiche neue Positionen und Rollen in den Medienhäusern entdeckt – insbesondere an der Schnittstelle von Journalismus und IT.“

Künstliche Intelligenz gehört in vielen Medienunternehmen der DACH-Region längst zum Arbeitsalltag. Das zeigt eine Befragung unter Mitgliedern des AI for Media Network des BR: Mehr als 80 Prozent nehmen in ihrem Unternehmen eine befürwortende Haltung gegenüber KI wahr. Genutzt wird KI vor allem für Übersetzungen, Transkriptionen, Recherche, Themenfindung sowie die Produktion und Bearbeitung von Texten.

Chancen, Risiken und Kompetenzlücken
Nachholbedarf sehen die Befragten vor allem bei der technischen Integration von KI und bei der Datenkompetenz. Für den erfolgreichen Einsatz braucht es neben technologischen Lösungen auch Know-how, geeignete Strukturen und gemeinsame Standards. Die Befragten sehen KI zugleich als Chance und Risiko für den Journalismus. Genannt werden Effizienzgewinne, die Entlastung von Routineaufgaben, neue journalistische Formate und bessere Möglichkeiten bei Analyse, Verifikation und Barrierefreiheit. Risiken sehen sie vor allem in Desinformation, KI-Fakes, verzerrten Daten, dem Verlust journalistischer Kompetenzen sowie Abhängigkeiten von großen Technologieunternehmen.

Medienhäuser wollen bei KI kooperieren
Besonders deutlich ist der Wunsch nach Zusammenarbeit: 91,7 Prozent der Befragten wollen im Bereich KI mit anderen Medienunternehmen kooperieren, 90,5 Prozent mit wissenschaftlichen Einrichtungen. Kooperation wird damit zu einer zentralen Antwort der Branche auf die Herausforderungen durch KI.

Über die Befragung
Die Online-Befragung wurde gemeinsam mit Dr. Sina Thäsler-Kordonouri von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Prof. Dr. Jonas Schützeneder von der Universität der Bundeswehr München (vormals Hochschule Magdeburg-Stendal) und Prof. Dr. Michael Graßl von der Hochschule Magdeburg-Stendal durchgeführt. Zwischen 13. Februar und 24. März 2026 nahmen 204 Mitglieder des AI for Media Network teil.

AI for Media Network des BR trifft den Bedarf der Branche
Das AI for Media Network hat sich seit seiner Gründung 2024 zu einem der wichtigsten Netzwerke rund um KI und Journalismus in der DACH-Region entwickelt und zählt inzwischen mehr als 1.400 Mitglieder. Eine aktuelle wissenschaftliche Befragung unter 204 Netzwerkmitgliedern zeigt eine hohe Zufriedenheit mit den Angeboten. Besonders geschätzt werden praxisnahe Beispiele, der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie der Zugang zu Expertinnen und Experten.

Weitere Informationen zum AI for Media Network finden Sie hier: 
aiformedia.network 


Kontakt

Pressesprecher Norbert Doktor

Norbert Doktor

Tel.: (0391) 886 41 44 
E-Mail: pressestelle@h2.de

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