Kinder als neugierige Entdecker
Spielerisch Neugier wecken: Schon im Kindergarten lässt sich die Begeisterung für Mathematik und Naturwissenschaften fördern. Foto: Anja Schwentesius
Kinder sind von Natur aus neugierige Entdecker, die ihre Welt mit allen Sinnen erleben. Sie zählen, staunen und zeigen Interesse an den Phänomenen ihrer Umwelt. Schon im Kita-Alltag begegnen sie dabei Mathematik und Naturwissenschaften – beim Plätzchenbacken, beim Wiegen von Zutaten, beim Beobachten von Wolken oder beim Vergleichen ihrer Körpergröße. Häufig werden diese Alltagssituationen jedoch noch nicht als Bildungssituationen wahrgenommen, in denen das eigenständige Ausprobieren und Forschen der Kinder gezielt gefördert werden kann.
„Fachkräfte sollen Kinder darin stärken, selbst etwas über die Welt herauszufinden. Beim Bauen in der Bauecke, Toben im Raum oder Handwerken werden Themen wie räumliches Denken, Zählen oder Naturgesetze erfahrbar und anschaulich für die Kinder“, erklärt Professorin Annette Schmitt von der Hochschule Magdeburg-Stendal. Der Aktionsplan Mit MINT in die Zukunft! des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend betont, dass diese frühkindliche Neugier genutzt werden sollte, um Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (kurz: MINT) zu wecken.
Im Zuge dessen wurde das im Dezember 2025 abgeschlossene Projekt „Naturwissenschaftliche und mathematische Bildung in der Kita weiterentwickeln“ am Kompetenzzentrum Frühe Bildung der Hochschule Magdeburg-Stendal gefördert. Es unterstützte Fachkräfte in elf Kitas in drei Bundesländern dabei, MINT-Bildung im Kita-Alltag bewusster zu fördern. Zudem stärkte das Projekt die Zusammenarbeit mit Grundschulen, um einen möglichst nahtlosen Übergang des Lernens von der Kita in die Schule zu ermöglichen.
Um diese Ziele zu erreichen, begleitete das Projektteam die Kitas regelmäßig, beobachtete den Alltag und führte Gespräche mit Fachkräften sowie Befragungen der Kinder durch. Dabei zeigte sich, dass viele pädagogische Fachkräfte Bildung vor allem mit gezielt vorbereiteten Angeboten verbinden. „Viele Fachkräfte berichteten von einer veränderten Wahrnehmung und einem gestärkten Bewusstsein: Auch im freien Spiel, allein durch Beobachtung, werden Lernprozesse sowie Interessen und Bedürfnisse der Kinder sichtbar – daran lässt sich unmittelbar anknüpfen“, erläutert Antje Grimmecke, die die Kitas als Coachin begleitete.
Parallel dazu wandelte sich das Rollenverständnis der Fachkräfte: Sie griffen seltener steuernd ein, beobachteten bewusster und unterstützten die Kinder stärker darin, eigene Fragen zu entwickeln und selbstständig zu forschen. „So sind Freude und Kompetenzen in Mathematik und Naturwissenschaften bei Kindern und Fachkräften gleichermaßen gewachsen“, resümiert Projektmitarbeiterin Bettina Leichauer.
Annette Schmitt rät: „Augen aufmachen – schauen Sie genau hin, was in der Kita bereits stattfindet. Sie werden überrascht sein, wie viel naturwissenschaftliche und mathematische Bildung bereits im Alltag umgesetzt wird.“ Im Projekt entstanden praxisnahe Materialien wie Lehrfilme, ergänzt durch Handreichungen und interaktive Module für Fachkräfte.
Interessierte können sich an Anja Schwentesius wenden per E-Mail an kfb(at)h2.de oder telefonisch unter 03931/2187 4814.
Text: Laura Naujoks


