„Kunst in der Altmark. Anders Sehen“ im Schaufenster
Günter Mey inmitten der Ausstellung am Winckelmannplatz. Foto: Günter Wallbrecht
Jenseits der Metropolen hat sich in der Altmark im nördlichen Sachsen-Anhalt eine lebendige Kunstszene mit unterschiedlichen Stilrichtungen entwickelt. Wer sich nicht nur die Arbeiten anschauen will, sondern mehr über die Kunstschaffenden erfahren möchte, hat dazu nun die Gelegenheit. Vom 7. bis 31.Mai 2026 ist die Ausstellung „Kunst in der Altmark. Anders Sehen –revisited“ am Winckelmannplatz in Stendal zu sehen.
Zu sehen sind viele Werke von 16 Künstlerinnen und Künstlern, die in der Altmark leben und arbeiten. „Durch das Raumarrangement sollte der Eindruck eines von außen durch die Schaufenster einsehbares >Kunstdepots< entstehen“ erläutert der Kurator Günter Mey, Professor an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Auch für diese neue Ausstellung greift er auf seine zweijährige Recherchestudie zurück, in der Kunstschaffende zu ihren Werdegängen, ihrem Kunstverständnis und den regionalen Besonderheiten ihres Schaffens interviewt wurden und zusätzlich Portrait- und Atelieraufnahmen gemacht.
Um den Eindruck eine Kunstdepots zu erzeugen, wurde die Wandfläche in dem Raum mit Gittern ausgestattet. Die Konstruktion erlaubt es, die Werke im Stil der „Petersburger Hängung“ zu präsentieren. In den letzten zwei Tagen waren die meisten der Kunstschaffenden vor Ort. Beteiligt sind: Peter Adler, Nerit Baum, Michael Braune, Anne Buch, Angelika Flaig, Helga Geissler, Heinrich Herbrügger, Hejo Heussen, Paul Hoffmann, Corinna Köbele, Rüdiger Laleike, Marlen Liebau, Hans Molzberger, Rieke Schmieder, Carl Vetter und Benno Zöllner. Eingeladen hatte Professor Mey alle, damit sie in einer Kunstaktion ihre Bilder selbst im Raum anbringen. Dieser besondere Kurationsprozess wurde per Video und fotografisch von dem Hamburger Filmemacher Günter Wallbrecht festgehalten, der bereits bei der Ausstellung im Kunsthaus Salzwedel Videoarbeiten für die damalige Ausstellung beisteuerte.
Neben den Bildern gibt es noch viel mehr zusehen. Es wurden die Ergebnisse aus dem zweijährigen Projekt als Audiocollagen und Videomontagen aufbereitet, die Eindrücke über die Arbeitsweise und das Kunstanliegen sichtbar machen. „Durch unsere auf die Kunstwerke projizierten Videoarbeiten unserer Recherchen und andere im Raum befindliche Installationen verschmelzen die Kunstwerke mit den Kunstschaffenden, lassen uns nicht nur die Kunst, sondern auch die hinter den Werken stehenden Künstlerinnen und Künstler >anders sehen<“ erläutert Günter Mey die Idee.
Fünfmal pro Woche wird der Raum zu einem „begehbaren Kunstdepot“ gemacht. Dann können die die Werke aus der Nähe betrachtet und weitere über die Kunstschaffenden zusammengestellte Informationen anschaut werden. Über QR-Codes sind Audioguides abrufbar. Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten: MO 16-18 | MI 17-19 | DO 10-12 + 15-17 | SA 12-14 | SO 14-16 Uhr sowie auf Anfrage.
Das Ausstellungsprojekt wird unterstützt durch den Förderkreis des Campus Stendal der Hochschule Magdeburg-Stendal, das Institut für Qualitative Forschung in der Internationalen Akademie Berlin und die Kaschade-Stiftung.
Veranstaltungsreihe ARTtalk (gleicher Veranstaltungsraum)
18.5.2026, 16.30 Uhr
„Kunst Bewusst Sein“ mit Rieke Schmieder (Tangermünde)
20.5.2026, 18.30 Uhr
„Kunst.Macht.Demokratie“ mit Corinna Köbele (Künstlerstadt Kalbe) und Nina Schmulius (Berlin)
27.5.2026, 18.00 Uhr
„Kunst und Nachhaltigkeit“ mit Marlen Liebau (Bismark) und Hejo Heussen (Kunsthof Dahrenstedt)


