Öffentliche Vorlesung am 8. November: Faschistische Kindheiten, 1933-1945

Stendal. Der Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften der Hochschule Magdeburg-Stendal lädt am 8.11.22 um 16.30 Uhr zur vierten Veranstaltung der Ringvorlesung mit Till Kössler (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) ein. Unter dem Titel Kindheit in gesellschaftlichen Umbrüchen werden bis Ende Januar im Audimax des Stendaler Campus wöchentlich Vorträge gehalten. Interessierte sind eingeladen, daran teilzunehmen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 


Die Indoktrination von Kindern und Jugendlichen stellt in der öffentlichen Erinnerung eine der wichtigsten Facetten nationalsozialistischer Herrschaft dar. Doch wie genau, nach welchen Kriterien und mit welchen Folgen gestaltete das Regime Kindheit? Wie verhielten sich soziale Integration und Förderung und (mörderische) Ausgrenzung zueinander? Wie erfolgreich war er in der Umgestaltung kindlicher Lebenswelten in einem faschistischen Sinn? Der Vortrag untersucht diese Aspekte und widmet sich dabei insbesondere der Frage nach dem Ort des Nationalsozialismus und Faschismus in einer Kindheitsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Fragen zur Ringvorlesung und den einzelnen Veranstaltungen können an claudia.dreke@h2.de gerichtet werden.

In der Ringvorlesung geht es um die Frage, was gesellschaftliche Umbrüche für die Erfahrungen von Kindern und für die Institutionen der Kindheit, insbesondere Familie, Kita und Schule, bedeuten. Dies wird an Revolutionen und Aufständen, am Zweiten Weltkrieg und Nachkriegskontexten, am Postsozialismus sowie an der Corona-Krise gezeigt. Dreh- und Angelpunkt der Vorträge ist die global gültige Norm einer „guten Kindheit“, vorgestellt als beschützter Schonraum für Kinder, wie sie sich ab mit dem 19. Jahrhundert herausgebildet hat. Gesellschaftliche Ereignisse, die sie in Frage stellen, müssen entsprechend als skandalös erscheinen. Begrüßt bis gefeiert werden können solche hingegen, die versprechen das Ideal zu erfüllen. Hergestellt werden Bezüge von Ereignissen in der Vergangenheit zum Geschehen in der Gegenwart ebenso wie Anwendungsbezüge. Neben Angehörigen der Hochschule selbst werden Sozialwissenschaftler:innen aus Berlin, Dresden, Duisburg, Erfurt, Halle und München dazu sprechen. Die öffentliche Ringvorlesung wird von den Professorinnen Claudia Dreke und Beatrice Hungerland als Angebot der kindheitswissenschaftlichen Studiengänge am Stendaler Hochschulcampus organisiert.

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