Wissenschaft auf Rädern

Der KI-generierte Entwurf zeigt, wie das IGEL-Mobil aussehen könnte. Bild: Stefanie Gendera.

Ab Sommer 2026 rollt ein mobiles Umweltlabor durch die Region: Mit dem „IGEL-Mobil“ bringt die Hochschule Magdeburg-Stendal Umweltbildung direkt zu den Bürgern.

„Wir haben schon seit vielen Jahren eine Kinder- und Jugendakademie zum Thema Umweltbildung. Vor zwei Jahren kam dann die Idee auf, das Ganze kompakt und mobil zu gestalten“, erzählt Gilian Gerke, Professorin für Recycling und Abfallwirtschaft an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Daraus entstand das „IGEL-Mobil“. Das stachelige Tier ist als bedrohte Art der Namensgeber: Das Akronym IGEL steht für „Interactive Green Environmental Learning“, zu Deutsch ein interaktives mobiles Lernsystem für Umweltbildung.

Im Mittelpunkt des Projekts ist ein autark ausgestattetes mobiles Lehr-Labor mit verschiedenen Versuchsstationen zu Themen der Recycling- und Kreislaufwirtschaft. Das IGEL-Mobil dient Studierenden als Lern- und Experimentierraum. Neben einer klassischen Klausur absolvieren sie einen Großteil ihrer Prüfungsleistung im Rahmen des Projekts. Dafür bilden sie Arbeitsgruppen zu Themen wie Abfall im Meer, Abfallsortierung, Rohstoffe oder anderen Abfall-Sortierverfahren.

„Die Studierenden sollen sich fragen: Wie sieht mein Konzept aus? Wie vermittle ich Inhalte an welche Zielgruppe? Bei welchem Event? Welche physikalischen, chemischen und biologischen Hintergründe spielen eine Rolle – und wie schließe ich den Kreis zur Kreislaufwirtschaft? Genau das ist Gegenstand der Prüfung“, erklärt Projektkoordinatorin Stefanie Gendera.

Mit dem von der „Stiftung Innovation in der Hochschullehre“ geförderten Projekt stärkt die Hochschule hybride und projektorientierte Lernformate. Die Studierenden setzen sich selbstständig und praxisnah mit Fragestellungen des Recycling-, Entsorgungs- und Abfallmanagements auseinander und lernen zugleich, diese in einen gesellschaftlichen Kontext einzuordnen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Wissensvermittlung. „Wie bringen die Studierenden ihr erlerntes Wissen anderen Zielgruppen näher? Das können Kinder oder auch Senioren sein – Menschen also, die bislang vielleicht wenig Berührung mit dem Thema hatten“, betont Stefanie Gendera. Denn nur wer komplexe Inhalte verständlich erklären könne, habe sie auch wirklich durchdrungen.

Bei Vor-Ort-Einsätzen des IGEL-Mobils betreuen und leiten die Studierenden Interessierte selbstständig an. Auf diese Weise stärken sie ihre sozialen Kompetenzen und sammeln Erfahrungen in der Wissenschaftskommunikation. Ende Januar präsentieren die Studierenden zunächst ihre Konzepte. Ab Sommer 2026 werden diese dann praktisch erprobt, unter anderem beim Tomorrow-Labs-Festival im Wissenschaftshafen in Magdeburg am 6. Juni sowie bei der Tour de Börde in Schackensleben am 20. Juni.

Das IGEL-Mobil ist Teil eines wachsenden Netzwerks regionaler Partner. Ziel ist es, Bildung für nachhaltige Entwicklung auch außerhalb der Hochschule – insbesondere im ländlichen Raum – erlebbar zu machen. Interessierte Einrichtungen, die eigene Inhalte einbringen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen möchten, können Kontakt unter gilian.gerke@h2.de aufnehmen. „Das IGEL-Mobil kommt gern vorbei“, so Gilian Gerke.

Text: Laura Naujoks

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