Perspektivwechsel: Studierende erkunden eine Lernwerkstatt

Die Stendaler Studentinnen Chantal Presche, Esther Meinig, Leni Hoffmann, Annalena Göbel (v. l.) in der Lernwerkstatt in Stendal mit einer selbstgestalteten Kita. Foto: Josephine Meißner

Die Stendaler Studentinnen Chantal Presche, Esther Meinig, Leni Hoffmann, Annalena Göbel (v. l.) in der Lernwerkstatt in Stendal mit einer selbstgestalteten Kita. Foto: Josephine Meißner 

In Stendal gehen die Lehrenden und Studierenden der kindheitsbezogenen Studiengänge gemeinsam neue didaktische Wege. Sie richten im Rahmen des Projekts Study and Thrive der Hochschule Magdeburg-Stendal eine Lernwerkstatt ein. 




Lernwerkstattarbeit ermöglicht es Studierenden, sich mit Materialien, Räumen und Phänomenen erkundend auseinanderzusetzen und daraus didaktische, pädagogische und theoretische Fragestellungen zu entwickeln. Für die Professionalisierung angehender Kindheitspädagog:innen bieten solche Räume die Möglichkeit, Bildungsprozesse nicht nur theoretisch zu analysieren, sondern sie sinnlich und handelnd zu erfahren. Sie werden deshalb aktiv in den Prozess des Aufbaus der Lernwerkstatt im Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften einbezogen und gestalten ihn mit.

Ein erster Schritt in einem Studienprojekt dazu war es, sich zu belesen und zu schauen, welche Erfahrungen andere Hochschulen bei der Arbeit in den Lernwerkstätten sammeln konnten. Ein engagiertes Team von vier Studentinnen hat deshalb eine Exkursion organisiert. Sie wählten mit Unterstützung ihrer Dozentinnen die Ästhetische Lernwerkstatt, das Ästhetische Labor und die Sprachwerkstatt in Hildesheim aus und planten die gesamte Exkursion eigenständig. Die Kolleginnen der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Künste (HAWK) Dr. Lisa Disep und Prof. Dr. Lena Sophie Kaiser bereiteten ihrerseits gemeinsam mit Studierenden der Kindheitspädagogik aus Hildesheim ein attraktives ganztägiges Programm vor. Sie führten zunächst in die konzeptionellen Grundlagen der Lernwerkstattarbeit ein, bevor die Gruppe praktisch tätig wurde. Ein besonderes Highlight bildete die Erprobung von Folienportraits in Gouachefarben, die nach Stimmung ausgewählt wurden, mit der Schwerpunktsetzung auf Wahrnehmung.

Insgesamt machte der Austausch hohe fachliche und didaktische Standards an der HAWK deutlich.  Für alle Beteiligten zeigte sich, wie produktiv hochschulübergreifende Begegnungen für die Weiterentwicklung kindheitspädagogischer Studiengänge sind.  Die Teilnehmenden gewannen vielfältige Eindrücke für ihre eigene professionelle Entwicklung und konnten die Lernwerkstattarbeit der HAWK als Verbindung von ästhetischer Erfahrung, didaktischer Reflexion und kindheitspädagogischer Theoriebildung kennenlernen. Andererseits bereicherten sie die Arbeit in Hildesheim durch ihre Fragen und Reflexionen.

Text: Projektstudium Lernwerkstatt Kipäd 4. Semester, Carolin Lucke-Schurk, Prof. Dr. Frauke Mingerzahn, Josua Werum 

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