Gastvortrag zur VOB: Perspektiven aus Praxis und Regelwerksentwicklung

Ein wesentlicher Bestandteil der baubetrieblichen Ausbildung angehender Bauingenieurinnen und Bauingenieure ist die Vermittlung der Grundlagen des öffentlichen Vergaberechts. Dieses schafft die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche, transparente und nachhaltige Vergabe öffentlicher Bauaufträge. Im Fachgebiet Baubetrieb erwerben die Studierenden Kenntnisse über die maßgeblichen europäischen und nationalen Rechtsgrundlagen, insbesondere die Vergabeverordnung (VgV) sowie die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) mit ihren Teilen A bis C, die die Vergabe, die allgemeinen Vertragsbedingungen und die technischen Vertragsbestimmungen regeln.

Zur Vertiefung dieser Inhalte konnte am 4. Juni 2026 David Ostendorf, Dipl.-Ing. (FH) und Dipl.-Wirt.-Ing. (FH), Technischer Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie e. V., für einen Gastvortrag zum Thema „Unterschiedliche Perspektiven auf die VOB – insbesondere VOB/B und VOB/C – mit Ausblick auf die VOB 2026“ gewonnen werden.

Der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V. vertritt als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband rund 80 Hersteller von Dach- und Mauerziegeln sowie Pflasterklinkern in Deutschland.

Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit beschäftigt sich David Ostendorf unter anderem mit der Weiterentwicklung der Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen (ATV) für die Leistungsbereiche Zimmer-, Stuck-, WDVS-, Trockenbau-, Fliesen-, Betonwerkstein- und Estricharbeiten sowie für Mauer-, Beton- und Abdichtungsarbeiten. Darüber hinaus war er an der Überarbeitung der ATV hinsichtlich der Übermessungsregelungen sowie der Nebenleistungen im Gerüstbau beteiligt. Zudem engagiert er sich im DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau) in den Bereichen Mauerwerk, Umwelt und Schallschutz.

Im Mittelpunkt des Vortrags standen die unterschiedlichen Sichtweisen auf die VOB aus der Perspektive von Bauherren, Planenden, Ausschreibenden sowie ausführenden und abrechnenden Bauunternehmen. Kennzeichnend für die Ausführungen des Referenten war der konsequente Praxisbezug. Anhand anschaulicher Beispiele erläuterte er die Anwendung insbesondere der Teile B und C der VOB und verdeutlichte deren Bedeutung für die tägliche Baupraxis.

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