Zukunft gestalten im historischen Gemäuer

Studierende entwickeln Konzepte für Klusstiftung Schneidlingen

Die Europäische Kommission will die Emission von Treibhausgasen in der EU bis 2040 um mindestens 90 Prozent im Vergleich zu 1990 senken und bis 2050 Klimaneutralität in der EU erreichen. Wie bringt man historische Bausubstanz auf den neuesten energetischen Stand, auch um dem Ziel der Reduzierung von Treibhausgasen und Energiebedarf näher zu kommen? Dieser Frage gehen derzeit Masterstudierende des Studiengangs „Energieeffizientes Bauen und Sanieren“ des Fachbereichs Wasser, Umwelt, Bau und Sicherheit /FB WUBS) der Hochschule Magdeburg-Stendal in einem besonderen Praxisprojekt nach; Partner ist die Klusstiftung zu Schneidlingen und Groß Börnecke. Die Klusstiftung ist eine rechtsfähige kirchliche Stiftung bürgerlichen Rechts und dem Diakonischen Werk evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland angeschlossen. 

Unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Harborth und Prof. Dr.-Ing. Claudia Fülle arbeiten interdisziplinäre Teams – bestehend aus Absolventinnen und Absolventen des Bau- und Umweltingenieurwesens und der Architektur an Zukunftskonzepten für zwei Gebäude der diakonischen Einrichtung.

Zwei Gebäude, eine Herausforderung

Im Fokus stehen zwei konkrete Vorhaben: Im ersten Teilprojekt soll das heutige Verwaltungsgebäude der Stiftung zu einem modernen Wohnheim umgebaut werden. Das zweite ambitionierte Projekt widmet sich einem ungenutzten Teil des historischen Hospitalgebäudes – dem Dachgeschoss des Stammhauses der Klusstiftung. Dieses könnte zukünftig als Verwaltungstrakt dienen.

Bei beiden Projekten stehen neben der veränderten Nutzung vor allem die deutliche Verbesserung der Energieeffizienz und eine klimafreundlichere Wärmeversorgung im Mittelpunkt. „Hier verbinden sich denkmalpflegerische Sensibilität mit den Anforderungen an modernes, nachhaltiges Bauen“, erklären des beiden Lehrenden das spannende Spannungsfeld.

Vom Hörsaal in die Praxis

Seit Sommer 2025 laufen die Vorarbeiten. Nach ersten Einführungen und der Erarbeitung theoretischer Grundlagen standen mehrere Ortstermine in Schneidlingen auf dem Programm, bei dem die Studierenden die Gebäude genau unter die Lupe nahmen, Daten erhoben und Gespräche mit den Verantwortlichen der Stiftung führten. „Es ist etwas ganz anderes, reale Gebäude mit ihren Eigenheiten und Bewohnern zu betrachten, als nur theoretische Fallbeispiele im Seminar zu besprechen“, berichtet eine teilnehmende Studentin.

Bis Ende Februar 2026 werden nun in der Vorplanung konkrete Konzepte erarbeitet, die final mit der Stiftung abgestimmt und überarbeitet werden.

Für die Klusstiftung ist die Zusammenarbeit ein Gewinn: „Wir erhalten frische, wissenschaftlich fundierte Ideen von den Fachleuten von morgen“, so der Geschäftsführer Hendrik Fries. Für die Studierenden ist es die Chance, ihr Wissen anzuwenden und gleichzeitig gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen – indem sie dazu beitragen, das wertvolle Erbe der Klusstiftung energetisch für die Zukunft fit zu machen.

Bild 1: Projektgruppe

Bild 2: Klusstiftung, Stammhaus, Plan des Zonenmodells

Bild 3: Klusstiftung, umgeplantes Verwaltungsgebäude

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