Fachtagungen
Sie sind interessiert an wissenschaftlichen Beiträgen und speziellen Themengebieten der Angewandten Humanwissenschaften? Hier finden Sie Informationen zu den Fachtagungen am Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften im Überblick.
Fachtag "Praxis reflektiert" - Arbeitsbedingungen (in) der Praxis: Strukturen, Herausforderungen, Möglichkeiten
14. November 2023
Dienstag, 14. November 2023, 9.30 - 16.30 Uhr, Hochschule Magdeburg-Stendal
Fachtag "Praxis reflektiert": Arbeitsbedingungen (in) der pädagogischen Praxis: Strukturen, Herausforderungen, Möglichkeiten
Wie lässt sich unter gegebenen Bedingungen die berufliche Arbeit reflektieren? Welche Handlungsmöglichkeiten bietet die Arbeit mit Kindern in den Einrichtungen, wodurch werden diese begrenzt? Wie lässt sich mit Erwartungen an die Arbeit und mit ihren Bedingungen umgehen, was lässt sich verändern? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des diesjährigen Fachtags "Praxis reflektiert".
Im Einführungsvortrag wird Prof. Dr. Johanna Mierendorff (MLU Halle) über den Wandel der Arbeit in Kindertageseinrichtungen und damit einhergehende neue Erwartungen an die Fachkräfte sprechen. Am Beispiel des OnlineForum "Praxis reflektiert" werden zudem neue Impulse für das multiperspektivische Reflektieren von als krisenhaft erlebten Situationen gesetzt.
In den anschließenden Workshops werden unterschiedliche Aspekte des Themas "Arbeitsbedingungen" diskutiert. Wie in den letzten Jahren wird es auch Gelegenheit geben, beispielhaft Situationen aus verschiedenen beruflichen Tätigkeitsbereichen zu besprechen und dabei die eigenen Erfahrungen einzubeziehen. Ziel ist es letztlich, den Theorie-Praxis-Transfer und den Austausch zwischen den unterschiedlichen Zielgruppen zu fördern.
Für Wen und Warum?
Für Personen aus Hoch- und Fachschulen und aus der Praxis:
Oft erleben Fachkräfte und Personen im Praktikum herausfordernde Situationen, die sie mit bisherigen Handlungsroutinen nur schwer bewältigen können. Welche Deutungs- und Handlungsalternativen eröffnen sich durch das Reflektieren?
Für Lehrkräfte an Hoch- und Fachschulen sowie für Praktikumsanleitungen:
Oft suchen Lehrende nach Situationen aus der Praxis, die sie für ihre Lehre nutzen können. Wir bieten ihnen Beispiele dafür, wie sie mit dem Online-Forum "Praxis reflektiert" ihre Lehre in unterschiedlichen Lernfeldern planen, gestalten und reflektieren können.
Einführungsvortrag:
Der Elementarbereich im Wandel - eine kritische Reflexion aus wohlfahrtstaatstheoretischer Perspektive
Johanna Mierendorff, Martin-Luther-Universität Halle
Workshops:
Hinweis: Wenn nicht anders angegeben, werden die Workshops sowohl am Vormittag (11.30-13.00) als auch am Nachmittag (14-15.30) angeboten.
- Heimkind?! Careleaver. Ihre Herausforderungen und Selbstorganisationen (Nachmittag)
Ahlke Bitting, Jugendamt Hildesheim
Wer nicht bei der eigenen Herkunftsfamilie aufwachsen kann, wächst in der Regel in einer Pflegefamilie oder in einer stationären Wohngruppe der Kinder- und Jugendhilfe auf (Heimerziehung). In diesem Workshop geht es um das Kennenlernen der Strukturen der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Wir befassen uns außerdem mit spannenden rechtlichen Neuerungen, die die Rechte der jungen Menschen seit 2021 stärken. Dazu haben die Interessenvertretungen der Careleaver selbst erheblich beigetragen. - Kinderrechtsbezogene Reflexion in multiprofessionellen Teams
Sonja Frantz, Hochschule Magdeburg-Stendal
In diesem Workshop wollen wir erarbeiten, wie wir aus verschiedenen Perspektiven reflektieren können, um die Kinderrechte in der Praxis umzusetzen. Dazu nutzen wir die unterschiedlichen Blickwinkel, die sich in multiprofessionellen Teams ergeben. Wie können wir durch wertschätzende Reflexion Strukturen und Arbeitsbedingungen identifizieren und verändern, damit ein impulsgebender, kinderrechtsbezogener Transfer in die Praxis gelingen kann? - Mehrsprachigkeit in der Kita: Translanguaging (Nachmittag)
Carolin Gaetke, Projektstudium "Translanguaging", Bachelor Kindheitspädagogik
Mehrsprachigkeit gewinnt im Alltag immer mehr Bedeutung, so auch in Kindertageseinrichtungen. Wie können Fachkräfte den Kita-Alltag gestalten, um Mehrsprachigkeit inklusiv zu leben und die Potentiale von Mehrsprachigkeit zu erkennen und zu nutzen? Ziel des Workshops ist es, mit Ihnen in den Austausch zu kommen, die Praxis zu reflektieren sowie einen Einblick in den Ansatz des "Translanguaging" zu geben und darüber zu diskutieren. - Supervision und Intervision - Reflexion als Selbstsorge auf Einzel- und Teamebene
Matthias Heintz, Praxis für Einzel-, Paar-, Familien- und Teamberatung, Gleichen
Komplexe und widersprüchliche Anforderungen in der Sozialen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien, gegenläufige fachliche Perspektiven und Konfliktlagen auf Teamebene sowie die Konfrontation mit unserer eigenen Biografie sind normale Stolpersteine in der Berufspraxis. Sie können uns Fachkräfte schnell aufs Glatteis bzw. in Sackgassen führen, deren Gefahren wir manchmal spät - oder gar nicht - erkennen. Die Konsequenzen können fatal sein für unsere Klient*innen, für unser Team und nicht zuletzt für uns selbst. Aus diesem Grund ist die regelmäßige Reflexion als Konzept der Selbstsorge auf individueller Ebene und Teamebene unverzichtbarer Bestandteil professionellen Denken und Handelns. Dazu und welche Möglichkeiten der Reflexion unsere Arbeit konstruktiv und stärkend bereichern können, wollen wir in diesem Workshop arbeiten.
- Schule in Japan - ein ethnographischer Bericht (Vormittag)
Sabine Meise, Hochschule Magdeburg-Stendal
Noch immer stellen deutsche Medien japanische Schulen als „Drillanstalten“ dar. Diese Sicht verhindert differenzierte Fragen nach dem pädagogischen Alltag in Japan und nach den Ursachen für die hervorragen-den Resultate, die japanische Schüler bei internationalen Vergleichsstudien (PISA; TIMSS usw.) erzielen. Deren Leistungen beeindrucken umso mehr, als in diesem fernöstlichen Bildungssystem weniger als 1% der Schüler mit „Unterstützungsbedarf“ 特別支援 (tokubetsushien) an Sonderschulen segregiert unterrichtet werden. Japan zeigt, dass hervorragende Leistungen und Integration / Inklusion keinen Widerspruch darstellen müssen. Der Vortrag gibt umfangreiche Einblicke in den japanischen Schulalltag (mit vielen Videos aus Hospitationen an Grund-, Mittel- und Oberschulen) und ermöglicht so, die aktuellen Herausforderungen, denen sich auch Japan im Bereich Bildung und Erziehung gegenübersieht, besser zu verstehen. - Multiprofessionelle Reflexion von Praxissituationen
Judith Kaiser und Maxie Wendel, Master Kindheitswissenschaften und Kinderrechte
Zur professionellen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gehört die Reflexion des eigenen Handelns durch pädagogische Fachkräfte. Gerade bei immer wieder vorkommenden Dilemma-Situationen kann es hilfreich sein, diese aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Dies steht auch in diesem Workshop im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden Praxissituationen aus dem Forum "Praxis reflektiert" auf der Basis der Dokumentarischen Methode interpretiert und reflektiert. In die Diskussion werden auch Perspektiven aus studentischen Diskussionen des Masterstudiengangs Kindheitswissenschaften und Kinderrechte einfließen. - Kinderstimmen im Rampenlicht: Eine Alltagssituation aus der Sicht von Kindern (Nachmittag)
Saskia Kralisch, Projektstudium "Hort und Ganztag", Bachelor Kindheitspädagogik
In diesem Workshop möchten wir Ihnen einen in unserer Projektgruppe gedrehten Film vorstellen. Er nimmt eine Situation auf, in der eine Praktikantin sich durch das Verhalten eines Kindes herausgefordert fühlt und den Rat pädagogischer Fachkräfte benötigt. Wir haben diesen Film mit "großen Kindern" diskutiert. Die Kindermeinungen sollen Ausgangspunkt für die Reflexion pädagogischen Handelns pädagogischer Fachkräfte sein. - Anerkennung und Verletzung reflektieren - Die Reckahner Reflexionen als Leitlinien
Jennifer Lambrecht, Netzwerk Reckahner Reflexionen zur Ethik pädagogischer Beziehungen
Die Reckahner Reflexionen zur Ethik pädagogischer Beziehungen sind im Kern zehn Leitlinien, die ethisch begründete Handlungsweisen von ethisch unzulässigen abgrenzen. Im Workshop reflektieren wir pädagogische Situationen und überlegen gemeinsam, wie die Reckahner Reflexionen im pädagogischen Alltag anerkennende Handlungsweisen stützen können. Wo reicht Haltung aus und wo braucht es Strukturen, die Anerkennung begünstigen? Welche Strukturen begünstigen und welche erschweren es, anerkennend zu handeln? - Klassismus und Klassenverhältnisse in Kindertageseinrichtungen
Katrin Reimer-Gordinskaya, Hochschule Magdeburg-Stendal
In den vergangenen 20 Jahren sind einerseits Strategien zur Förderung demokratischer Teilhabe und andererseits zur Prävention von Vorurteilen und Diskriminierung etabliert worden. Klassismus und Klassenverhältnisse fehlten bislang, kommen nun aber zunehmend in den Blick. Zudem geht es seit einigen Jahren auch nicht mehr allein um die Frage, wie Kinder negativ vom Sozialstaatsabbau und der Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen betroffen sind. Vielmehr ist in der erfolgreichen Streikbewegung auch deutlich gemacht worden, dass die Fachkräfte selbst ihre Arbeitsbedingungen mit gestalten und ihre Lage verbessern wollen. Wie Klassismus und Klassenverhältnisse Kinder und Fachkräfte gleichermaßen (be)treffen, wie dies im kollegialen Austausch mittels Reflexion rekonstruiert und verändert werden kann, ist Gegenstand dieses Workshops. - Unverhofft kommt oft! - Reaktion auf eine unerwartete Begegnung im pädagogischen Alltag (Vormittag)
David Schmidtmann, Projektstudium "Hort und Ganztag", Bachelor Kindheitspädagogik
Im Workshop möchten wir Ihnen einen in unserer Projektgruppe gedrehten Film vorstellen. Er beschreibt eine Situation aus der Praxis, in der sich eine Studentin durch das Verhalten eines Kindes herausgefordert fühlt. An diesem Beispiel wollen wir mit Ihnen den Umgang von Fachkräften mit dieser und ähnlichen Situationen reflektieren. - Berufspraxis begegnet Migrationserfahrungen: Reflexion der Arbeit mit Kindern/Familien mit Flucht- und Migrationserfahrung (Teil 1 am Vormittag, Teil 2 am Nachmittag)
Sevasti Trubeta, Hochschule Magdeburg-Stendal, und Michael Bertram, Flüchtlingsrat e.V. Sachsen-Anhalt
Kinder und Familien mit Migrations- und Fluchterfahrung gehören zur lokalen Bevölkerung. Studierende begegnen ihnen in Praktika oder studentischen Projekten, v. a. in Kinder- und Jugendeinrichtungen. Wie Migration und Flucht durch Kinder und Familien erfahren werden, ist bedingt durch den rechtlichen Aufenthaltsstatus, die individuellen Biografien, mögliche Fremdzuschreibungen und Diskriminierungen. Wie können Fachkräfte die vielfältigen Erfahrungen und unterschiedlichen Situationen dieser Kinder und Familien wahrnehmen und deren Ressourcen sowie Bedarfen gerecht werden, ohne sie dabei abzusondern und zu diskriminieren? Im zweiteiligen Workshop werden Situationen aus der Berufspraxis, vor allem zur Beratungspraxis, diskutiert und vertieft. Die am Workshop Teilnehmenden können eigene Erfahrungen zur Diskussion stellen oder/und im Workshop bereitgestellte Situationen aus der Migrations- und Fluchtarbeit reflektieren.
- Tarif- und Arbeitsmarktpolitik: Bedingungen für die sozialpädagogische Arbeit (Vormittag)
Carsten Sievers, Gewerkschaftssekretär für Jugendhilfe und Sozialarbeit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Sachsen-Anhalt
Traditionell werden in vielen Teilbereichen der Sozialen Arbeit besonders hohe Anforderungen an uns Fachkräfte gestellt: Arbeit zu ungünstigen Zeiten (bspw. Wochenend-, Nacht- und Bereitschaftsdienste, geteilte Dienste), hohe Verantwortung gegenüber (oftmals vielen) Anvertrauten und der Wunsch nach verbindlichen und langfristigen Bezugsebenen zur Klientel. Doch wie sind die tatsächlichen Arbeitsbedingungen? Nach welchen Grundlagen wird unsere Arbeit bezahlt, wie ist das Verhältnis der Arbeitszeit zur persönlichen Freizeit und wie können die Bedingungen für die Beschäftigten tatsächlich verbessert werden? - Kollegiale Beratung und Praxisforschung (Nachmittag)
Michael Zander, Hochschule Magdeburg-Stendal
Im Rahmen des Workshops wird der kritisch-psychologische Ansatz der Praxisforschung und der kollegialen Beratung vorgestellt. Es geht darum, gemeinsam Probleme der Berufspraxis zu reflektieren und ggf. neu zu interpretieren. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf institutionell verankerten (Macht-)Verhältnissen. Es besteht die Möglichkeit, eigene Anliegen aus der Praxis zur Diskussion zu stellen.
Fachtag „Kinderrechte in Unterkünften für geflüchtete Menschen“
Donnerstag | 15.06.2023 |
DENKEN OHNE GELÄNDER 2023
20. - 30. Januar 2023
»VON DEM MOMENT AN HABE ICH MICH VERANTWORTLICH GEFÜHLT.
DAS HEISST, ICH WAR NICHT MEHR DER MEINUNG, DASS MAN JETZT
EINFACH ZUSEHEN KANN.« HANNAH ARENDT
Rund um den 27. Januar, den Tag der Befreiung von Auschwitz, lädt ein vielfältiges Programm zu einer Woche des Erinnerns und des Denkens ohne Geländer ein. Filme, Lesungen, Ausstellungen, Vorträge und Workshops regen dazu an, ins Gespräch über Toleranz, den Umgang mit Gewalt und Wege des Miteinanders in der Gesellschaft zu kommen.
Veranstaltet von:
Hochschule Magdeburg-Stendal, Theater der Altmark und Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt in der Trägerschaft der Altmärkischen Bürgerstiftung Hansestadt Stendal
In Zusammenarbeit mit:
Stadtarchiv der Hansestadt Stendal, Initiative »Herz statt Hetze« Stendal, Evangelische Stadtgemeinde Stendal, Hansestadt Stendal, Uppstall-Kinos Stendal, Freiwilligen-Agentur Altmark e.V., Polizeiinspektion Stendal, Institut für demokratische Kultur, Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage Markgraf-Albrecht-Gymnasium Osterburg, Prignitz-Museum Havelberg, Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen, Moses Mendelsohn Akademie Halberstadt, Staatskanzlei Magdeburg, Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam, RIAS Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin
Gefördert von:
Landesprogramm »Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit« Sachsen-Anhalt und Partnerschaften für Demokratie der Hansestadt Stendal und des Landkreises Stendal
Programm:
- Donnerstag 12.1. und 19.1. / Centrum Judaicum und Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen
JÜDISCHES LEBEN IN DER DDR UNDOSTDEUTSCHE ERINNERUNGSARCHIVE
Exkursionen mit Studierenden der Hochschule Magdeburg-Stendal
In der DDR waren jüdische Überlebende eine kleine Minderheit. Wie jüdische Traditionen innerhalb und außerhalb der wenigen wiedergegründeten Gemeinden auch angesichts von Antisemitismus über mehrere Generationen bis zur Wende behauptet und gestaltet wurden, rekonstruieren Studierende der Angewandten Kindheitswissenschaften im Centrum Judaicum. Mit Andreas Froese erkunden sie in der Gedenkstätte Isenschnibbe, wie sich Erinnerungskulturen in der DDR und der Wendezeit bis heute verändert haben. - Freitag 20.1., 10-12 Uhr / Kinderuni, Campus Stendal
WO IST ANNE FRANK? Workshop von Studierenden der Hochschule Magdeburg-Stendal für Kinder ab 6. Klasse
Kitty, die Tagebuchfreundin von Anne Frank, steht im Zentrum einer Graphic Novel von Ari Folman aus dem Jahr 2021. Im Workshop können sich Kinder durch die Figur der mutigen Kitty mit der Bedeutung von Verfolgung und Flucht für Kinder in Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen.
Anmeldungen unter info@kinderuni-stendal.de. - Samstag 21.1., 19.30 Uhr / Theater der Altmark, Uppstall-Kaufhaus
DER REICHSBÜRGER von Annalena und Konstantin Küspert, Gastspiel des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen
Wilhelm S., der sympathische Herr im Anzug, hält in Stendal einen anschaulichen Vortrag zum Thema "Selbstverwaltung. Wege in die Unabhängigkeit". Doch schon bald beschleicht den Zuhörer Unbehagen. Das Theaterstück entlarvt die perfiden Argumentationsmechanismen der sogenannten Selbstverwalter und fragt: Wie verführbar sind wir? Es spielt Marian Bulang in der Regie von Stefan Wolfram.
Kostenfreie Karten an der Theaterkasse oder unter 03931 - 635 777. - Sonntag 22.1., 11 Uhr / Prignitz-Museum am Dom Havelberg
ZEUGNISSE JÜDISCHER GESCHICHTEIN DER ALTMARK UND PRIGNITZ Bildvortrag und Führung mit Antje Reichel
Museumsleiterin Antje Reichel zeigt Objekte im Dom und im Museum und spricht über regionale Zeugnisse des friedlichen Zusammenlebens, der Schutzregelungen, der Pogrome, der Verfolgung und Vernichtung. Der Eintritt ist frei. - Montag 23.1., 10 Uhr / Theater der Altmark, Kaisersaal oder Schule
DER ÜBERAUS STARKE WILLIBALD von Willi Fährmann, Lesung für Kinder ab 8 JahrenIn einem großen grauen Haus lebt ein munteres Mäuserudel. Doch eines Tages schleicht eine große Katze um das Haus. Der überausstarke Willibald nutzt die Angst vor der Katze, um sich zum Boss des Mäuserudels aufzuschwingen, und fordert Gehorsam. Nur diekleine Lillimaus wagt Kritik, wofür sie in die Bibliothek verbannt wird. - Mit seiner Mäusefabel erzählt Willi Fährmann in kindgerechten Worten, wie eine Diktatur entsteht. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen für Gruppen/Schulklassen unter schule@tda-stendal.de. - Montag 23.1., 17 Uhr / Wandelhalle im Stendaler Stadthaus Markt 14/15'
TRADITIONELL WELTOFFEN? Ausstellungseröffnung der Hansestadt Stendal und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt
Die Ausstellung zu multikulturellen Perspektiven Sachsen-Anhalts in Geschichte und Gegenwart entstand in Zusammenarbeit der Landeszentrale für politische Bildung, des Landesheimatbundes e.V. und der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. - Sie stellt wichtige Persönlichkeiten und historische Ereignisse im Handel, Wissens- und Kulturaustausch vor, zeigt Sichtweisen und Handlungsmuster auf und reflektiert den Umgang mit Tradition, Toleranz und Weltoffenheit. Geöffnet bis zum 23.2. Mound Mi 7 - 16 Uhr, Di und Do 7 - 18 Uhr sowie Fr 7 - 13 Uhr. - Montag 23.1., 19 Uhr / Stendaler Stadtbibliothek
EICHMANN IN JERUSALEM Vortrag von Dr. Lutz Fiedler zu Hannah Arendt
Als Adolf Eichmann 1961 in Israel wegen seiner maßgeblichen Täterschaft bei der systematischen Ermordung von Juden und Jüdinnenvor Gericht stand, wurde Hannah Arendt als journalistische Prozessbeobachterin beauftragt. Ihr Bericht erschütterte die Welt und löste nicht nur wegen des Begriffs der "Banalität des Bösen" heftige Kontroversen aus. Dr. Lutz Fiedler vom Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam hat ihren Text noch einmal gelesen und stellt mit aktuellem Blick heraus, was Hannah Arendt über jüdische Politik und internationale Strafgerichtsbarkeit nach dem Holocaust reflektierte. - Dienstag 24.1., 11.45 Uhr / Markgraf-Albrecht-Gymnasium Osterburg, Multifunktionsraum'
DEMOKRATIE, IDENTITÄT UND PLURALITÄT
Präsentation von Arbeitsergebnissen einer Schulprojektarbeit Schüler*innen verschiedener Jahrgangsstufen des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums in Osterburg, Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage, befassen sich schulintern und im Austausch mit Schüler*innen des Jahn-Gymnasiums Salzwedel mit der Vereinbarkeit von Demokratie, Identität und Pluralität. Anhand von themenspezifischen Interview-Fragen soll eine Debatte über kulturelle und nationale Identitätsprobleme angestoßen werden, welche in einem Kreativprodukt, z.B. einem Podcast, mündet. Das Ergebnis wird durch die Schüler*innen vorgestellt und im Plenum mit Gästen diskutiert. - Dienstag 24.1., 19 Uhr / Stadtarchiv Stendal
DIE STENDALERJUDENVERORDNUNG VON 1297 Vortrag mit Jutta Dick, Ina Nitzsche und der Stendaler Geschichtswerkstatt
Die Geschichtswerkstatt der Initiative "Herz statt Hetze" und das Stadtarchiv werden das Zusammenleben von jüdischen und nichtjüdischen Menschen in verschiedenen Zeitepochen thematisieren und haben dazu Jutta Dick, Direktorin der Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt, eingeladen. Die Urkunde "Stendaler Judenverordnung" von 1297 der Markgrafen Otto und Konrad ist die älteste bekannteurkundliche Erwähnung von Juden und Jüdinnen in Stendal sowie der Mark Brandenburg. Eintritt frei. - Mittwoch 25.1., 8 Uhr / Hochschule Magdeburg-Stendal, Polizeiinspektion Stendal
ANTISEMITISMUS IN EINERHETEROGENEN GESELLSCHAFT Fortbildung für Polizeibeamte mit Prof. Katrin Reimer-Gordinskaya (Hochschule Magdeburg-Stendal)und Raphael Hoffmann (Bundesverband RIAS e.V.)
Wenn von Vielfalt die Rede ist, gilt Ostdeutschland oft als Ausnahme. Dabei haben die Menschen auch hier verschiedene Erfahrungshintergründe und Zugehörigkeiten. So gibt es Beispiele eines guten Miteinanders sowie Vorurteile und Diskriminierung bis hin zu strafrechtlichrelevanten Angriffen. In der Fortbildung geht es um aktuellen Antisemitismus und dessen Entwicklungslinien. Ziel ist es, unterschiedliche Formen von Antisemitismus zu erkennen, polizeilich angemessen zu reagieren und mit Betroffenen richtig umgehen zu können. - Mittwoch 25.1., 19.30 Uhr / Kunstplatte Stendal-Stadtsee
"ZIGEUNER" -BOXER von Rike Reiniger, mit Publikumsgespräch
Das als Klassenzimmerstück konzipierte Schauspielsolo des Theaters der Altmark erzählt von der Freundschaft zweier Boxer, die im Nationalsozialismus nicht bestehen durfte. Es beruht auf der Lebensgeschichte von Johann Wilhelm "Rukeli" Trollmann, der in den1930er Jahren zum besten deutschen Boxer aufstieg. Als Boxer gefeiert, als Sinto verfehmt, wurde er in das KZ Neuengamme deportiert und 1944 im Außenlager Wittenberge ermordet. - Nach der Vorstellung können Publikumsfragen mit Dramaturgin Sylvia Martin und Schauspieler Paul Worms diskutiert werden. Kostenfreie Karten an der Theaterkasse oder unter 03931 - 635 777.' - Donnerstag 26.1., 19.30 Uhr / Kleine Markthalle Stendal
ZEIT.ZEUGEN - KRIEG, KULTUR UND MYTHOS Gesprächsrunde mit dem ukrainischen Dramatiker und Theatermacher Pavlo Arie und dem Journalisten und Autor Manfred Quiring
Der Angriffskrieg auf die Ukraine wirft aktuell viele Fragen auf und provoziert verschiedene Sichtweisen. Eine zentrale Rolle für die russische Rechtfertigung spielen historische Narrative, die auch in westlichen Gesellschaften verfangen. Ebenso ist die Zerstörungvon ukrainischer Identität und Kultur wichtiger Teil der russischen Kriegsführung. Im Gespräch mit Pavlo Arie und Manfred Quiring soll versucht werden, russische Geschichtsmythen zu dekonstruieren und die identitätsstiftende Kraft der ukrainischen Kultur in den Fokuszu rücken. - Kostenfreie Karten an der Theaterkasse oder unter 03931 - 635 777. - Freitag 27.1., 10 Uhr / Uppstall-Kinos Stendal
WHERE IS ANNE FRANK? Sondervorführung des Trickfilms von Ari Folman mit Einführung und Gespräch für Schulklassen ab 7. Klasse
An einem stürmischen Morgen des Jahres 2019 lässt ein Unwetter in Amsterdam das Glas der Museumsvitrine zerspringen, in dem sichdas Tagebuch von Anne Frank befindet. Die Tinte zerläuft und ein sommersprossiges Mädchen mit einem widerspenstigen roten Haarschopferscheint. Es ist Annes Freundin Kitty, die sich in einer ihr völlig fremden Welt wiederfindet. Als sie die Nöte von geflüchteten Kindern heute kennenlernt, beschließt sie einzugreifen. Eintritt frei. Anmeldung unter katrin.reimer@h2.de. - Freitag 27.1, 18 Uhr / Rathaus der Hansestadt Havelberg
VON DER ZUKUNFT DER ERINNERUNG Gedenkveranstaltung mit Vortrag und Musik anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Die Stadt Havelberg, der Standälteste der Elb-Havel-Kaserne und das Pfarramt der Evangelischen St.-Marien-St.-Laurentius-Gemeinde laden ein, gemeinsam der Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft zu gedenken. Es sprechen Mathias Bölt, Bürgermeister der Hansestadt Havelberg, und Teja Begrich, Pfarrer am Dom zu Havelberg. Dr. Wolfgang Schneiß, Ansprechpartner für jüdisches Lebenin Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus, hält einen Vortrag zum Thema "Von der Zukunft der Erinnerung". Musikalisch wird dieVeranstaltung vom Heeresmusikkorps Neubrandenburg begleitet. - Freitag 27.1. / Stendal, Gardelegen und Salzwedel
GE(H)DENKEN Gedenkveranstaltungen in der Altmark
Am Tag der Befreiung von Auschwitz finden in den Hansestädten Stendal, Gardelegen und Salzwedel weitere Gedenkveranstaltungen statt. Aktuelle Informationen dazu werden unter www.denken-ohne-gelaender.de bekannt gegeben. - Samstag 28.1., 19 Uhr / Cordatussaal am Stendaler Dom St. Nikolaus
MEINEN APFELSTRUDEL SOLLTENSIE SICH NICHT ENTGEHEN LASSEN Autorenlesung mit Michael G. Fritz und Gespräch
Immer schwingen die Geschichte Europas und Deutschlands, die familiären Lebensläufe im Hinter- oder Vordergrund mit, wenn Michael G. Fritz mit seiner feinen Prosa von Menschen erzählt, die er bei seinen vielen Reisen durch Israel kennenlernte. Jenseits abstrakter Projektionen weitet er den Blick auf das Land und rüttelt an plakativen Narrativen. Er folgt der Einladung der Stendaler Initiative "Herzstatt Hetze", die im Nachgespräch zu Fragen an den Autor und zur Aufklärung über Israelkritik und Antisemitismus einlädt. Eintritt frei. - Sonntag 29.1., ab 11 Uhr / Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen
NACHWIRKUNGEN Rundgang Außengelände und Besuch der Ausstellung im Dokumentationszentrum
Unter Beteiligung von Angehörigen der Wehrmacht, des Reichsarbeitsdienstes, des Volkssturms und weiterer NS-Organisationen wurden am 13. April 1945 in einer Feldscheune in Isenschnibbe bei Gardelegen 1016 KZ-Häftlinge grausam ermordet. Andreas Froese, Leiter der Gedenkstätte, lädt von 11 bis ca. 12.30 Uhr zu einer begleiteten Besichtigung des Außengeländes und der Dauerausstellung" Gardelegen 1945. Das Massaker und seine Nachwirkungen" ein. Im Anschluss 13 bis 17 Uhr ist das Dokumentationszentrum für das individuelle Besuchspublikum und für Gruppen geöffnet. Eintritt frei. - Sonntag 29.1., 15 Uhr und Montag 30.1., 10 Uhr / Theater der Altmark, Kaisersaal
VÖLLIG MESCHUGGE?! Lesung und Werkstattgespräch zur Graphic Novel mit der Zeichnerin Melanie Garanin / ab 12 Jahren
Das ohnehin nicht einfache Teenagerleben von Charly, Hamid und Benny gerät ganz schön durcheinander, als Benny den Davidstern seines Opas trägt und allen bewusst wird, dass er Jude ist. Und Hamid ist Moslem! Schlagartig sprudeln aus den Jugendlichen die tradierten Ressentiments der Erwachsenenwelt - doch sie kämpfen um ihre Freundschaft. "Völlig meschugge?!" entstand nach einem Drehbuchvon Andreas Steinhöfel. Eine gemeinsame Veranstaltung der Hochschule Magdeburg-Stendal und des Theaters der Altmark. Kostenfreie Karten an der Theaterkasse oder unter 03931 - 635 777; Anmeldungen für Gruppen/Schulklassen unter schule@tda-stendal.de.
Fachtag am 5. Oktober 2022: Anonymer Krankenschein in der Region Altmark
Stendal. Am 5. Oktober findet an der Hochschule Magdeburg-Stendal ab 13 Uhr ein Fachtag statt, der sich der medizinischen Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung widmet. Dazu ist die interessierte Öffentlichkeit eingeladen. Die Organisation liegt in der Verantwortung von Dr. Sevasti Trubeta, Professorin für Kindheit und Migration am Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften in Stendal.
Um Anmeldung wird gebeten.Eine gute medizinische Versorgung sollte für alle Menschen zugänglich sein. Die Praxis zeigt jedoch, dass nicht alle Menschen adäquat medizinisch versorgt werden. Vor allem Menschen auf der Flucht, Personen ohne geregelten Aufenthaltsstatus sowie Menschen, die durch das Versorgungsnetz fallen, können sich zumeist nicht ohne Angst medizinisch behandeln lassen.
Aus diesem Grund entstand das Modellprojekt "Anonymer Krankenschein", das medizinische Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung absichert, ohne Angst zu haben, dass ihre Daten an Behörden weitergegeben werde. Es gibt Institutionen, die sich seit vielen Jahren tiefgreifend mit dem "Anonymen Krankenschein" beschäftigen. Das Konzept findet Anwendung in mehreren größeren Städten in Deutschland und Europa.
Gemeinsam für Vielfalt und gegen Diskriminierung
29. September 2021
Veranstaltet wurde der Fachtag in Kooperation von dem Netzwerk "RESPEKT. Für Teilhabe und gegen Diskriminierung im Landkreis Stendal", der Hochschule Magdeburg-Stendal (Projekt TransInno_LSA), dem Landkreis Stendal (Gleichstellungsbeauftragte, Teilhabemanagerinnen und Integrationskoordinator:innen) sowie der regionalen Netzwerkstelle für den Schulerfolg.
Über 60 Teilnehmer*innen aus Kita, Schule und dem breiten Feld der Kinder- und Jugendarbeit nahmen an der Veranstaltung teil und hatten die Möglichkeit, sich über das Thema Diskriminierung und Teilhabe zu informieren sowie vorhandene Präventions- und Interventionsangebote in Sachsen-Anhalt kennenzulernen.
Der Fachtag startete mit einem musikalischen Beitrag von Annemarie Kock und Grußworten von Landrat Patrick Puhlmann sowie verschiedenen Akteur:innen aus der Region. Danach konnten die Teilnehmenden durch Vorträge zu den Themen "Diskriminierungserfahrungen im Landkreis Stendal" (Referentin Maike Simla, Koordinatorin des Netzwerks RESPEKT) und "Rassismuskritische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen" (Dr. Sevasti Trubeta, Professorin an der Hochschule Magdeburg-Stendal) erste Einblicke in das Themenfeld Antidiskriminierungsarbeit gewinnen.
Im Anschluss daran fand ein Speed-Dating statt, in dem die Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, 15 Akteur:innen aus Beratungs- und Bildungsarbeit zu unterschiedlichen Diskriminierungsarten kennenzulernen und sich zu vernetzen. Die Erkenntnisse aus den fachlichen Inputs des Vormittags konnten am Nachmittag in Workshops zu den Themenfeldern Antidiskriminierungsarbeit in Kita, Schule und Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen vertieft werden.
Die Veranstaltung wurde sehr gut angenommen - das Thema hat hohe Relevanz für die Fachkräfte aus unserer Region und der direkte Austausch war lang ersehnt. Aussagen wie "Gerne wieder!" , "Endlich mal wieder Austausch" und "Ich freue mich auf eine ähnliche Tagung im nächsten Jahr" sprechen auf jeden Fall für eine Fortsetzung.
Mehr Informationen: www.schulerfolg-stendal.de







