Ringvorlesungen

Sie interessieren sich für Vorlesungsreihen, bei der sich verschiedene Dozenten, aus unterschiedlichen Fachgebieten einem bestimmten Thema widmen?

Lecture Series Diversity-Inclusion-Participation Summer Term 2026

Mit dem Blick auf marginalisiertes Wissen — Multiperspektivische Beiträge zu Wissensgerechtigkeit mit besonderem Fokus auf Kindheiten

Wintersemester 2025/26

Ringvorlesung WS 2025/26
Angewandte Kindheitswissenschaften, 
Studiengang Angewandte Kindheitswissenschaften 
Hochschule Magdeburg-Stendal, Standort: Stendal

Organisatorinnen

  • Prof.in Dr.in Sevasti Trubeta 
  • Prof.in Dr.in Anne Wihstutz

Die Veranstaltung findet jeweils dienstags von 16:15 bis 17:45 Uhr im Hybrid-Format statt

Sie ist für interessierte Bürger*innen offen 
Wir bitten um Anmeldung per E-Mail

Vor Ort: 
Campus Stendal, Haus 3, Audimax Osterburger Straße 25, 39576 Stendal

Per Zoom 
(Zoom-Link nach Anmeldung)

Anmeldung: ringvorlesung_anmeldung@ahw.h2.de

Wissen ist weder universell noch wertfrei. Es wird in sozialhistorischen Kontexten generiert. Wissensbestände sind an Macht- und Ungleichheitsverhältnisse eingebunden. Ungleichheiten betreffen den Zugang zu, die Generierung und Verteilung von und die Teilhabe an Wissen. Ungleichheiten verweisen insbesondere auf Machtgefälle zwischen Akteur*innen, auf hegemoniales Wissen und das Verhältnis von anerkanntem und marginalisiertem Wissen.

Die Ringvorlesung verfolgt das Ziel, hegemoniales Wissen zu hinterfragen, einen Fokus auf das Wissen marginalisierter Akteur*innen zu richten und die Produktion von pluralem Wissen zu beleuchten. Wir laden dazu ein, die Relevanz dieses Ansatzes aus einer kindheitswissenschaftlichen und machtkritischen, kinderrechtlichen Perspektive zu diskutieren.

In den Beiträgen der Ringvorlesung geht es um folgende Kernaspekte:

  • Welche Akteur*innen sind in der Wissensproduktion und -vermittlung involviert und welche sind ausgeschlossen?
  • Wessen Wissen ist "wissenswert"?
  • Wie werden intersektionale und globale Ungleichheiten relevant für die Wissensproduktion und -vermittlung (auch) auf der lokalen Ebene?
  • Wie lassen sich marginalisierte Wissensbestände rekonstruieren?

"Es geht dabei vor allem darum, das 'Unerzählte' erzählbar zu machen" * (*Castro Varela, Heinemann, 2016)

 

Programm

DatumTitelReferent*innen
14.10.2025 



Eröffnung und Begrüßung



Volker Wiedemer
Professor, Prorektor Hochschule Magdeburg-Stendal

Wissensgerechtigkeit und marginalisiertes Wissen - eine Hinführung zum Thema unter besonderer Berücksichtigung der Kindheitswissenschaften




Sevasti Trubeta
Professur für Kindheit und Migration

Anne Wihstutz
Vertretungsprofessur Kindheitswissenschaften

Hochschule Magdeburg-Stendal

21.10.2025





(Un-)erhört? Von der Herausforderung, als rassifiziete Eltern Kritik in und an Institutionen der Sozialen Arbeit und Bildung zu üben


Lalitha Chamakalayil
Dipl.-Psychologin

Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Soziale Arbeit

28.10.2025




Bildungsgerechtigkeit aus Kindersicht. Was Kinder über Chancen und Gerechtigkeit in der Schule denken

Frederick de Moll
Professur für Erziehungswissenschaften

Universität Bielefeld

04.11.2025




Unerzähltes sichtbar machen: Eine Graphic Novel und ein Museum thematisieren Kindheit im Bosnienkrieg, 1992-1995

Sabine Rutar

Leibnitz-Institut für Ost- und Südeuropaforschung, Regensburg

11.11.2025








Genocide as Social Practice: Destruction of social fabric and working through the traumatic consequences





Daniel Feierstein
Professur für Genozidwissenschaften

Universidad Nacional de Tres de Febrero | CONICET Buenos Aires, Argentinien z.Zt. Senior Fellow am College of Social Sciences and Humanities UA Ruhr, Essen

18.11.2025



Kinderpolitik und -wissenschaft zu Kinderrechten in Kriegs- und Krisenzeiten: Zum Beispiel Gaza

Michael Klundt
Professur für Kinderpolitik

Hochschule Magdeburg-Stendal

25.11.2025




An Grenzen: Das Wissen von Kindern als "marginal persons" im Umbruch der DDR 1989/90


Claudia Dreke
Professur für Sozialpädagogik und soziologische Grundlagen

Hochschule Magdeburg-Stendal

02.12.2025




Erfahrungsbasiertes Lernen von sozial benachteiligten Studierenden als Mechanismus für soziale Gerechtigkeit. Ein Forschungsbericht aus New York

Robin A. Harper | online
Professur für Politikwissenschaft

York College und CUNY Grauate Center, New York, USA

09.12.2025



Digitaler Kolonialismus - wie Tech-Konzerne und Großmächte die Welt unter sich aufteilen

Sven Hilbig
Buchautor | Rechtswissenschaftler

Brot für die Welt

16.12.2025




What does the border mean for children? An analysis of drawing from Bengal, India


Samata Biswas | online
Assistens Professor

The Sanskrit College and University, Kolkata, India

13.01.2026



 

Vom "unerhörten Wissen": Marginalisierte Akteur*innen erzählen vom Alltag und von Antirassismus-Kämpfen in der Migrationsgesellschaft

Annita Kalpaka
Professorin i.R.

Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg

20.01.2026





Epistemische Gewalt. Die Vernichtung von Wissen




Claudia Brunner | online/podcast

Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung der Universität Klagenfurt

27.01.2026


 

Nicht über uns, sondern mit uns — politische Arbeit von jungen Menschen und für junge Menschen

Sevasti Trubeta und Anne Wihstutz im Gespräch mit Jugendlichen der Antifa Jugend Stendal und dem CSD Magdeburg e.V. am Gedenktag zur Befreiung von Auschwitz

 

 

Sevasti Trubeta, Professur für Kindheit und Migration  | Anne Wihstutz, Professorin für Kindheitswissenschaften (Vertretung) Hochschule Magdeburg-Stendal

Wissensgerechtigkeit und marginalisiertes Wissen- eine Hinführung zum Thema unter besonderer Berücksichtigung der Kindheitswissenschaften

Abstract
Wessen Wissen zählt? Welches Wissen und welche Formen des Wissens werden etabliert und als besonders wichtig gegenüber anderen gehalten? Wie kann die Sichtbarmachung marginalisierten Wissens bzw. Wissens, das marginalisierte Akteur*innen generieren, sozialen Wandel bewirken? In ihrem einführenden Vortrag zu dieser Ringvorlesung nehmen die Referentinnen diese grundlegenden Fragen als Ausgangspunkt und stellen das Kernargument auf, dass Wissensgerechtigkeit mit Machtumverteilung einhergeht. Im Rahmen dessen werden plurale Wissensordnungen, Wissenszugänge und -praktiken berücksichtigt und inklusive, vielfaltsgerechte sowie dezentralisierte Wissenssysteme gefördert. Aus der Perspektive der Kindheitswissenschaften zeichnen die Referentinnen einführend Mechanismen und Strukturen nach, die zu einer Marginalisierung von Kindern als Wissensproduzent*innen beitragen. Mit Schwerpunkt auf postkolonialen Ansätzen problematisieren sie, wie sich die Verflechtungen aktueller Machtverhältnisse in den Lebensverhältnissen von Kindern manifestieren und zu Wissensungerechtigkeit gegenüber Kindheit(en) führen.

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Lalitha Chamakalayil Dipl.-Psych. Fachhochschule Nordwestschweiz Hochschule für Soziale Arbeit

(Un-)erhört? Von der Herausforderung, als rassifizierte Eltern Kritik in und an Institutionen der Sozialen Arbeit und Bildung zu üben

Abstract 
Eltern sind sowohl aufgefordert als auch gezwungen, sich in Bildungskontexten einzubringen. Was bedeutet es für rassifizierte Eltern, mit Blick auf ihre Kinder im Schulkontext oder in Institutionen der Sozialen Arbeit Kritik zu üben, ihre Perspektiven und ihre Wissensbestände einzubringen? Mit postkolonialen und intersektionalen Perspektiven wird die Herausforderung, Kritik im Kontext von Differenz- und Machtverhältnissen zu üben, anhand empirischer Daten nachgegangen und auf diese Weise in ihrer Voraussetzungshaftigkeit und (Un-) Erhörtheit verstehbar gemacht.

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Frederick de Moll Professor für Erziehungswissenschaft, Universität Bielefeld

Bildungsgerechtigkeit aus Kindersicht. Was Kinder über Chancen und Gerechtigkeit in der Schule denken

Abstract
Der Vortrag beschäftigt sich mit den Sichtweisen von Kindern auf soziale Ungleichheit und die Bildungschancen in der Grundschule. Ausgehend von kindheits- und ungleichheitstheoretischen Überlegungen und einer kritischen Diskussion der aktuellen Forschung zu Bildungsungleichheit wird eine empirisch-quantitative Studie zum reflexiven Wissen von Kindern in der Grundschule über Chancen und Gerechtigkeit im Bildungssystem vorgestellt. Zentrale Fragen sind dabei, wie Kinder je nach Positionierung in der gesellschaftlichen Hierarchie das Leistungsprinzip in der Schule und ihre Erfolgschancen wahrnehmen und bewerten. Die Studie verweist auf Fragen nach dem Zugang zum Wissen von Kindern über gesellschaftliche Schieflagen, institutionelle Barrieren und ihre kritische Reflexion über die eigene soziale Positionierung.

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Sabine Rutar Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, Regensburg

Unerzähltes sichtbar machen: Eine Graphic Novel und ein Museum thematisieren Kindheit im Bosnienkrieg, 1992-1995

Abstract 
Der Vortrag thematisiert den Zugang zu und die Generierung, Verteilung sowie Teilhabe an Wissen am Beispiel des Bosnienkriegs 1992-1995 und des Genozids in Srebrenica im Juli 1995. Im Fokus steht zum einen eine Graphic Novel über Srebrenica, zum anderen das War Childhood Museum in Sarajevo. Das Buch ist im Rahmen eines größeren Projekts entstanden, das Graphic Novels in der Vermittlung von Wissen über Massengewalt und Genozid sowie Menschenrechte nutzen möchte. Anhand der visualisierten und musealisierten Erinnerung an Kindheit im Bosnienkrieg lassen sich die Fragen illustrieren, was unerzählt geblieben ist und warum - und wie man es erzählbar macht. Die Diskrepanz zwischen dem Wissensstand - also dem, was man wissen kann - und dem, was verschiedene gesellschaftliche Gruppen und politische Akteure (nicht) wissen wollen, ist groß. Warum ist das Negieren der Fakten von Srebrenica so hartnäckig politisch wirkmächtig? Wie kann Human Rights Education dazu beitragen, die Ethnisierung der Wissenskulturen in Bosnien zu überwinden? Warum ist das Jahrzehnt der Jugoslawienkriege - die 1990er Jahre - heute in der europäischen Wissenslandschaft vergleichsweise marginalisiert?

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Daniel Feierstein Professor für Genozidwissenschaften, Universidad Nacional de Tres de Febrero / CONICET Buenos Aires, Argentinien. z.Zt. Senior Fellow am College of Social Sciences and Humanities UA Ruhr, Essen

Genocide as Social Practice: Destruction of social fabric and working through the traumatic consequences 
- Vortrag auf Englisch -

Abstract 
Genocide is a social practice that extends far beyond the moment of extermination. It is a process that requires prior stages to develop (stigmatization, harassment, isolation, systematic weakening) and continues after extermination, as it seeks to transform the identities of the societies in which it is implemented. The aim of this presentation is to account for the forms that genocidal processes take, the specific ways in which they seek to transform social relationships, and, as a central focus, how the work of processing their consequences impacts the identity of the peoples who have experienced extermination. Focusing on the analysis of the historical experiences of Nazism and the last military dictatorship in Argentina, this analysis proposes to develop a framework of understanding that can also contribute to the analysis of other historical experiences.

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Michael Klundt Professor für Kinderpolitik, Hochschule Magdeburg-Stendal

Kinderpolitik und -wissenschaft zu Kinderrechten in Kriegs- und Krisenzeiten: Zum Beispiel Gaza

Abstract 
Da die Kinderrechte einen Teil der Universalität der Menschenrechte darstellen, darf der Kampf gegen Kinderarmut und für Kinderrechte niemals nur national betrachtet werden. Da es sich bei den Folgen der genozidalen Hunger-Blockaden und Kriegsverbrechen im Gaza-Streifen auch um die schlimmsten Formen von (Kinder-)Armut und Kinderrechtsverletzungen durch Hunger, Durst, fehlendes Obdach, Vertreibung, fehlende Medikamente usw. gegenüber mehr als einer Millionen Kindern handelt, ist es nötig, als Kindheitswissenschaftler*innen darüber zu sprechen. Immer deutlicher wird, dass bald fast alle schon immer dagegen gewesen sein wollen. Der Vortrag handelt von nationalen und internationalen wissenschaftlichen Diskussionen über den Gaza-Krieg. Als Kindheitswissenschaftler*in lässt sich von der bundesdeutschen Politik und Wissenschaft in dieser Situation dringend fordern, endlich das Beschweigen durch einen großen Teil deutscher Wissenschaftler*innen zu beenden, Schluss zu machen mit menschenrechtlichen Doppelstandards in den internationalen Beziehungen; Stopp der Waffenlieferungen in Kriegsgebiete; Einsatz für Waffenstillstand; aufhören mit der Genozid-Leugnung. Leider sieht es immer noch nach dem genauen Gegenteil und einer Unterstützung einflussreicher Wissenschaft, Medien und Politik beim Genozid aus, während Kriegskritiker*innen mit Rufmord und Repressionen bedroht werden. Eine den universellen Kinderrechten verpflichtete Kinderpolitik(-wissenschaft) sollte sich um demokratische politische Bildung für Frieden bemühen sowie Militarisierung und Kriegspropaganda kritisch analysieren (s. "Zivilklausel" der HS).

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Claudia Dreke Professorin für Sozialpädagogik und soziologische Grundlagen, Hochschule Magdeburg-Stendal

An Grenzen: Das Wissen von Kindern als "marginal persons" im Umbruch der DDR 1989/90

Abstract 
Auch Kinder, aufgewachsen in der DDR, konnten die Zeit ab 1989 als gesellschaftlichen Umbruch erleben. Anders als die Erwachsenen waren sie jedoch politisch machtlos. Insbesondere die 12- bis 14jährigen, heute zwischen 48 und 50 Jahre alt, waren im Umbruch in einer doppelten Zwischenposition: Zwischen Kindheit und Jugend sowie zwischen DDR und BRD. Diese Position als "marginal persons" (nach Robert E. Park) kann verunsichern wie besonders aufmerksam machen. Wie haben sie die Veränderungen wahrgenommen, was wussten sie von ihnen? Dies wird exemplarisch an Kindertexten gezeigt, die 1990 in Schulen im heutigen Sachsen-Anhalt geschrieben wurden. Diskutiert werden soll daran auch die Frage, welche Bedeutung ihr Erfahrungswissen für ihre weitere (politische) Sozialisation und damit auch für ihre Handlungsorientierungen heute haben könnte und wie sich dies erforschen lässt.

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Robin A. Harper Professorin für Politikwissenschaft, York College und CUNY Graduate Center, New York, USA

Erfahrungsbasiertes Lernen von sozial benachteiligten Studierenden als Mechanismus für soziale Gerechtigkeit. Ein Forschungsbericht aus New York 
- Vortrag per Zoom -

Abstract 
Öffentliche Universitäten in den USA haben den Ruf und den Anspruch, Studierende aus den sozioökonomisch benachteiligten Stadtvierteln (sogenannte "inner cities") den Aufstieg in die Mittelschicht zu ermöglichen. Zu diesen Studierenden zählen zumeist Minderheiten, Arbeiterkinder, einkommensschwache Randgruppen und andere nicht-traditionelle Studierendengruppen. Der Weg dorthin ist weder selbstverständlich noch einfach und dies liegt nicht an der fehlenden Arbeitsbereitschaft dieser Studierenden. Die Ursache ist vielmehr in der Unkenntnis des "versteckten Lehrplans" zu sehen, der für den angestrebten Erfolg in den entsprechenden Aufstiegsberufen notwendig ist. Denn die meisten von diesen Studierenden arbeiten in Voll- oder Teilzeit, manche haben mehr als einen Job und, manchmal auch erhebliche familiäre Verpflichtungen, z.B. für ihre Kinder, ältere oder pflegebedürftige Familienmitglieder. Um die strukturellen Barrieren für diese Studierenden zu minimieren, gibt es Angebote für die notwendigen Praktika, Service Learning und erfahrungsbasiertes Lernen. In diesem Vortrag spreche ich über das geförderte, erfahrungsbasierte Lernprogramm am York College, einem Teil der City University of New York, einer der größten städtischen öffentlichen Universität der U.S.A. mit 275.000 Studierenden an 25 Standorten. Meine Forschungsergebnisse basieren auf den Reflexionen der Studierenden über ihre Praktika und die unterstützenden Programme, um ihre Karrierewege und die Fähigkeiten vorzustellen, die sie für den Erfolg in diesen Bereichen benötigen. Zudem beziehe ich mich auf die gewonnenen Erkenntnisse, die relevant für Pädagog*innen und andere Fachkräfte im Bildungsbereich sind.

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Sven Hilbig Buchautor, Rechtswissenschaftler, Brot für die Welt

Digitaler Kolonialismus - wie Tech-Konzerne und Großmächte die Welt unter sich aufteilen

Abstract 
Innovativ und mächtig: Kaum eine Geschichte wird so oft erzählt wie die vom unaufhaltsamen Aufstieg der Tech- Konzerne an die Spitze der global vernetzten Welt. Nur ein Kapitel wird ausgespart: Der Preis, den der Globale Süden dafür zahlt. In Ländern wie Kenia schauen sich Millionen von Datenarbeiter*innen täglich traumatisierende Inhalte an, damit wir unbeschwert Soziale Medien und Künstliche Intelligenz nutzen können. In Lateinamerika wird indigenen Gruppen buchstäblich das Wasser abgegraben, um an die Rohstoffe für unsere Smartphones zu gelangen. Die Großmächte USA, China und auch Europa spielen dieses Spiel nicht nur mit, sondern verschärfen die Ausbeutung im Globalen Süden.

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Samata Biswas Assistent Professor, The Sanskrit College and University, Kolkata, India

What does the border mean for children? An analysis of drawings from Bengal, India 
- Vortrag auf Englisch per Zoom -

Abstract 
Manjira Sinha's Chhotoder Border (Children's Border) is a collection of line drawings and short descriptions written by students of Matiari Banpur High School, located just a few km from the India Bangladesh border. Reading the images and the texts together, we come across a complicated everyday negotiation with the world's most violent border by the children, where historical ties, kinship networks, violence and 'smuggling' surround shiny new border infrastructure. Alongside this collection, I have also had the opportunity to take a look at some drawings by children who were part of a workshop dealing with the history of India's partition. I read both sets of tests (visual, linguistic) together to understand how contemporary narratives about the border are negotiated through children's perception and representation of it.

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Annita Kalpaka Professorin i.R. Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg

Vom "ungehörten Wissen": Marginalisierte Akteur*innen erzählen vom Alltag und von Antirassismus-Kämpfen in der Migrationsgesellschaft

Abstract 
In den letzten Jahren wird viel und kontrovers über Erinnerungspolitiken und -kulturen gesprochen. Initiiert und getragen von Initiativen und Kollektiven, die aus einer Innenperspektive sprechen, entstehen immer mehr selbstorganisierte Projekte. Sie dienen der Selbstvergewisserung, der eigenen Selbstermächtigung und zugleich ermöglichen sie den Zugang zu Wissen und Kämpfen früherer Generationen.Am Beispiel eines Projekts aus dem digitalen Wissensarchiv "Ver/sammeln antirassistischer Kämpfe" wird bei diesem Vortrag ein Einblick in Wissensproduktion aus marginalisierter Perspektive ermöglicht. Auszüge aus Videogesprächen mit Migrantinnen geben Auskunft über Facetten des Lebens in den 1980er und 1990er Jahren: Über ihre Diskriminierungserfahrungen im Alltag und in Institutionen; ihre kollektiven Analysen und daraus entwickelte Forderungen; ihre Politisierung und widerständige Aktivitäten gegen Rassismus; Bündnispolitik und die Schwierigkeit sich mit Frauenbewegungen der Mehrheitsgesellschaft auf Augenhöhe zu begegnen und über viele andere Themen. Die exemplarischen Erzählungen können den intergenerationalen Dialog unterstützen und zur Diskussion anregen, ob und wenn ja, wie solche Einblicke für heutige Kämpfe gegen soziale Ungleichheit und Rassismus inspirieren können. In diesem Projekt geht es auch um die Fragen, welche Rolle widerständige Archive für die Bildungsarbeit, für pädagogische und Soziale Arbeit spielen können und was in diesen Prozessen der Archivierung marginalisierten Wissens als wichtig zu beachten ist? Wer archiviert, wie, mit welchem Ziel und in welcher Perspektive?

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Claudia Brunner Assoziierte Professorin am Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung der Universität Klagenfurt

Epistemische Gewalt. Die Vernichtung von Wissen - podcast und anschließendes Gespräch mit der Referentin

Abstract 
Das Konzept epistemische Gewalt (nach dem Soziologen Boaventura de Sousa) beschreibt, wie Gewalt und die Produktion, Verbreitung und Anerkennung von Wissen zusammenhängen. Am Beispiel von Kolonialismus und sogenannter Hexenverfolgung wird aus politikwissenschaftlicher Perspektive erläutert, warum Vernichtungsprozesse von Menschen immer auch Vernichtungsprozesse von Wissen und Lebensweisen waren. Entlang der folgenden Fragen, wer kann wissen, wer darf sprechen, wessen Wissen wird gehört, welches Wissen wird auch verstanden und welches wird zum Verschwinden gebracht? ist der Vortrag aufgebaut. Es wird deutlich, dass die gewaltsamen Vertreibungen und Tötungen keine Ausnahme, sondern konstitutiv sind für unsere Wissenssysteme. Anhand fünf großer Epistemizide wird veranschaulicht, wie epistemische Gewalt in Zerstörung und Vernichtung von Wissen und Menschen, zu Fragmentierungen und Klassifizierungen wie Versklavung zur Durchsetzung einer spezifischen europäischen Norm wirkt.

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Sevasti Trubeta und Anne Wihstutz im Gespräch mit Jugendlichen der Antifa Jugend Stendal und dem CSD Magdeburg e.V. am Gedenktag zur Befreiung von Auschwitz

Die Veranstaltung findet in Präsenz statt.

Abstract
In politischen und gesellschaftlichen Debatten werden die Stimmen junger Menschen oft nicht als relevant gesehen. Ihr Wissen gilt als unerfahren, ihr Einsatz oft als naiv. Auch in der Wissensproduktion und -vermittlung spiegelt sich diese adultistische Haltung wider. Junge Perspektiven werden ignoriert, obwohl sie wichtige Beiträge zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten. Wir möchten zeigen, wie junge Menschen politisch und gesellschaftlich aktiv auftreten, welche Hürden sie dabei erfahren und weshalb ihr Wissen von Bedeutung ist. Wir wollen dazu beitragen, politisches Engagement zugänglich zu machen und setzen uns für eine Neuausrichtung von Teilhabe und Anerkennung in gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen ein.

 

 

Kinderrechte Konkret! Wie die Umsetzung von Kinderrechten in die Praxis gelingen kann.

Wintersemester 2024/25

Die kindheitswissenschaftliche Ringvorlesung befasst sich (aufgrund des großen Interesses wie bereits im vergangenen Wintersemester) mit der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in die Praxis. Dieser völkerrechtliche Vertrag, der im Jahr 1989 formuliert und von Deutschland 1992 unterzeichnet wurde, stellt eine wesentliche Orientierung im Studium der Kindheitswissenschaften dar. Sowohl der Bachelor Angewandte Kindheitswissenschaften als auch der Master Kindheitswissenschaften & Kinderrechte zielen darauf ab, die Schutz -, Förder- und die Partizipationsrechte in der Praxis kinderbezogener Institutionen zu realisieren und dabei insbesondere die Partizipation von Kindern selbst zu ermöglichen.
Die diesjährige seminaristische Ringvorlesung zeigt auf, wie in verschiedenen beruflichen Kontexten eine Kinderrechtsorientierung gelebt wird, auch unter Einbeziehung der betroffenen Kinder. Sie richtet sich neben den Studierenden der Kindheitswissenschaften auch an Studierende anderer Studienrichtungen und Fachbereiche sowie an interessierte Gäste, die Einblick in die kinderrechtsbasierte Berufspraxis erhalten möchten.

Die Veranstaltung, die von Prof. Dr. Beatrice Hungerland und Prof. Dr. Anne Wihstutz organisiert wird, findet ab dem 15.10. 2024 bis zum 28.01.2025 Dienstags von 16.00 - 17.30 Uhr am Standort Stendal im Audimax in Haus 3 in der Osterburger Str. 25 statt.

Eine Online-Teilnahme ist nach Anmeldung ebenfalls möglich.
Bitte kontaktieren Sie dazu: RV-Kinderrechte@h2.de


Kontakte
Prof. Dr. Beatrice Hungerland
Professur Kindheitswissenschaften
Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften
Hochschule Magdeburg-Stendal


Telefon: 03931 21 87 38 83

 

Programm

DatumTitelReferent*innen
15.10.2024

"Kinderrechte Konkret." Eine Einführung zur RingvorlesungBeatrice Hungerland, Anne Wihstutz | Organisation und Leitung der Ringvorlesung, Professorinnen HS Magdeburg-Stendal
22.10.2024

"Nicht systemrelevant? Die Rechte der Kinder in Theorie und Praxis"

Christoph Schickhardt | Autor des Buches "Nicht Systemrelevant?", Uni Heidelberg

29.10.2024

"KLAPPE AUF! für Demokratie und Kinderrechte - Das Recht auf Beteiligung kreativ umsetzen"

Jonas Deitert | Projektleiter von "Klappe auf!", Landesverband Kinder- & Jugendfilm Berlin e.V.

05.11.2024"Das Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonventionen"Cora Ripking & Emily Koch | Referentin für Vorstand und Geschäftsstellenleitung & wiss. Referentin National Coalition Deutschland
12.11.2024

"Minderjährige Geflüchtete auf der zentralen Mittelmeerroute: Erstversorgung an Bord der Ocean Viking"

Julia Leithäuser | Advocacy and Communication Manager, SOS Mediterranee Deutschland gGmbH

19.11.2024

"Partizipation und Empowerment in Sachsen-Anhalt am Bsp. des KinderStärken e.V. - An-Institut an der HS Magdeburg-Stendal"

Benjamin Ollendorf | Geschäftsführung KinderStärken e.V. Stendal

26.11.2024"Geflüchtete Kinder in Erstaufnahmeeinrichtungen und Einschränkungen ihrer Kinderrechte"

Sevasti Trubeta | Professorin für Kindheit und Migration, HS Magdeburg-Stendal
03.12.2024


"Roma-Schulmeditaion und Starthilfe für EU-romani-Communities in Berlin"Sabine Salimovska | Beraterin für Romnja und Sintezze Kinder und Familien RAA Berlin e.V.

10.12.2024


"´EinBlick´ hinter die Kulissen. Praxisbeispiele aus dem Kinder- und Jugendparlament Charlottenburg-Wilmersdorf Berlin"Maximus K., Juri C., Pauline A., Luiza P., Pietro Deligio | Mitglieder der Kinder- und Jugendparlements Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf & Leiter der Geschäftsstelle
17.12.2024

"Wie können die UN-Kinderrechte zum Werkzeug werden? Ein Kinderrechte-Trainer berichtet"Philip Meade | Selbstständiger Kinderrechtetrainer und Workshopleiter für kinderrechtsbasierte Fortbildung

07.01.2025

 

"Der Schüler:innen Haushalt - mehr Partizipation an Schule möglich"

Mareike Schmidt | Projektleitung Schüler:innen Haushalt, Servicestelle Jugendbeteiligung e.V. Berlin

14.01.2025"Bildung zu Tabak: mehr als Suchtprävention"Sonja von Eichborn | Projektleitung Unfairtobacco, Blue 21 e.V.

21.01.2025

 

"Einblicke in ein basisorientiertes Lernumfald für junge Flüchtlings- und einheimische Kinder in einem Flüchtlingscamp"Katerina Varella | Ehrenamtliche Mitarbeiterin in einem offenem Flüchtlingscamp auf Lesbos, Griechenland
28.01.2025Alumni der Kindheitswissenschaften berichten aus ihren Erfahrungen in der beruflichen Praxisn.n.

 

 

Kindheit in gesellschaftlichen Umbrüchen

Wintersemester 2022/23

Ringvorlesung im Wintersemester 2022/23

Dienstags, 16:30 - 18:00 Uhr, Audimax

Die Ringvorlesung ist für interessierte Bürger*innen offen
Anmeldung per Email ist erforderlich

Kontakt und Anmeldung: claudia.dreke@h2.de

Hochschule Magdeburg-Stendal, Standort Stendal
Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften (AHW)
Studiengang Angewandte Kindheitswissenschaften
Campus Stendal Osterburger Str. 25
39576 Hansestadt Stendal

 

Was bedeuten gesellschaftliche Umbrüche für die Erfahrungen von Kindern und für die Institutionen der Kindheit? Dies wird in der Ringvorlesung an Revolutionen und Aufständen, am Zweiten Weltkrieg und Nachkriegskontexten, am Postsozialismus sowie an der Corona-Krise gezeigt. Als "gute Kindheit" hat sich ab dem 19. Jahrhundert ein behüteter und beschützter Schonraum für Kinder als global gültige Norm herausgebildet. Gesellschaftliche Ereignisse, die sie in Frage stellen, müssen entsprechend als skandalös erscheinen. Begrüßt bis gefeiert werden können solche hingegen, die das Ideal zu erfüllen versprechen. In der Ringvorlesung geht es um gesellschaftliche Ereignisse, die als lebensweltliche bzw. biografische Umbrüche von Kindern erlebt wurden sowie um mögliche Veränderungen von Institutionen der Kindheit, v.a. Familie, Kita und Schule. Zugleich werden in der Vorlesung Bezüge von Ereignissen in der Vergangenheit zum Geschehen in der Gegenwart hergestellt.

Die Beiträge in der Ringvorlesung sollen zeigen, wie eine historische und soziologische Kindheits- und Jugendforschung dazu beitragen kann, über entsprechende gesellschaftliche Zusammenhänge und deren Folgen für Kinder aufzuklären aber auch Anwendungsbezüge herzustellen.

 

Programm

 

DatumThemaReferent*innen
18.10.2022


Einführung: Kindheit in gesellschaftlichen UmbrüchenProf. Dr. Claudia Dreke und Prof. Dr. Beatrice Hungerland, Hochschule Magdeburg-Stendal | Prof. Dr. Erhard Stölting, Berlin
25.10.2022


Lesung: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ Verbrecher-VerlagManja Präkels, Berlin


01.11.2022



Das Problem Kind. Eine historische Soziologie gesellschaftlicher Trans-/Formationen in Anschluss an Michel FoucaultDr. Christoph Burmeister
Wilhelm-von-Humboldt-Universität Berlin

08.11.2022


Faschistische Kindheiten, 1933 - 1945

Prof. Dr. Till Kössler
Martin-Luther-Universität Halle

15.11.2022

Die Figur des Kindes im Film "Deutschland bleiche Mutter"Dr. Bettina Henzler, Universität Bremen
22.11.2022





Round Table: Umbrüche und Krisen in kindheitswissenschaftlicher Sicht



Prof. Dr. Susanne Borkowski, Prof. Dr. Claudia Dreke, Prof. Dr. Beatrice Hungerland; Prof. Dr. Michael Klundt, Prof. Dr. Reimer-Gordinskaya, Prof. Dr. Sevasti Trubeta
29.11.2022





"... das Wagnis, Kinder zu haben und zu erziehen, kann und soll der Staat den Eltern nicht abnehmen ..." Kindheitskonstruktionen in westdeutschen Elternratgebern nach 1945Prof. Dr. Beatrice Hungerland, Hochschule Magdeburg-Stendal




06.12.2022

Das Elend der Verschickungskinder

Anja Röhl, Berlin

13.12.2022




Volk, Staat und Nation in Schülerzeichnungen aus der Umbruchszeit 1989/90 – und heutige Vorstellungen der Kinder von damalsProf. Dr. Claudia Dreke, Hoschschule Magdeburg-Stendal




20.12.2022



Kindeswohl. Rechts- und kulturhistorische Überleguungen zur Relevanz und Ambivalenz eines KonzeptsDr. Agnes Anna Arndt, Max-Planck-Institut Berlin


10.01.2023



Zwischen Traum und Trauer: Kinder und ihre Kindheiten in der ostdeutschen Transformation

Dr. Friederike Kind-Kovács
Hannah-Ahrendt-Institut für Totalitarismusforschung Dresden
17.01.2023




Perspektiven junger Viet-Deutscher auf ihr Aufwachsen im Deutschland der Nachwendjahre


Dr. Jessica Schwittek, Universität Duisburg-Essen

Kamila Labuda, Hochschule Wildau

24.01.2023


Umbrüche im Kontext von Erziehungshilfen - sozialökologische BetrachtungsweisenJun.Prof. Dr. Tobias Franzheld, Universität Erfurt

31.01.2023






Inszenierungen von Altersgruppen als Antwort auf das Corona-Virus





PD Helga Pelizäus
Universität der Bundeswehr München

Dr. Jana Heinz
Deutsches Jugendinstitut München

 

 

Alles Klasse(n)? Soziale Ungleichheiten „von Anfang an“

Wintersemester 2021/22

Ringvorlesung im Wintersemester 2021/22

Dienstags von 16:15 bis 17:45 Uhr in digitaler Form - per Zoom

Die Ringvorlesung ist für interessierte Bürger*innen offen
Anmeldung per Email ist erforderlich

Kontakt und Anmeldung: claudia.dreke@h2.de

Hochschule Magdeburg-Stendal, Standort Stendal
Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften (AHW)
Studiengang Angewandte Kindheitswissenschaften
Campus Stendal Osterburger Str. 25
39576 Hansestadt Stendal

Flyer

Die sachsen-anhaltinische Politik sichert Kindern Bildung "von Anfang an" zu. Die auf Teilhabe, Schutz und Mitbestimmung zielende UN-Kinderrechtskonvention gilt uneingeschränkt für jedes Kind. Dass sich zwischen dem Anspruch auf ein erfülltes Kinderleben und der Wirklichkeit des Lebens von Kindern ein tiefer Graben auftut, begründet auch die Notwendigkeit Angewandter Kindheitswissenschaften. Es ist eben längst nicht "alles Klasse" in den heutigen Kindheiten. Deshalb wird in den Kindheitswissenschaften aus soziologischen, politikwissenschaftlichen, psychologischen und erziehungswissenschaftlichen Perspektiven ergründet, wie es zu dieser Diskrepanz kommt. Kindheitswissenschaftler:innen sollen so befähigt werden, die Wirklichkeit dem Anspruch näher zu bringen.

Kinderarmut, Kinderarbeit und Bildungsungleichheiten gelten dabei seit geraumer Zeit als Aspekte sozialer Ungleichheiten "von Anfang an". Dabei werden durchaus auch Bezüge zu Klassentheorien hergestellt. Doch lassen sich die genannten und weitere relevante Phänomene als Aspekte von Klassenverhältnissen verstehen? Weder in den anglo-amerikanischen noch in den deutschsprachigen Kindheitswissenschaften ist die Bedeutung von Begriffen und Theorien sozialer Ungleichheit (Klasse, Milieu, Schicht etc.) bisher systematisch diskutiert worden. Mit dieser Ringvorlesung möchten wir einen Einstieg in diese wichtige Debatte bieten. Im ersten Teil werden wir sichten und systematisieren, was es an wissenschaftlichen Zugängen zum Thema in den Angewandten Kindheitswissenschaften am Standort Stendal gibt. Im zweiten Teil werden dann begriffliche und theoretische Grundlagen sowie empirische Forschungen vorgestellt, die soziale Ungleichheiten in der Bundesrepublik Deutschland thematisieren und dabei auch die differenten ost- und westdeutschen Entwicklungslinien berücksichtigen. In den begleitenden Reflexionsveranstaltungen werden die Vorträge aufgearbeitet und auf kindheitswissenschaftliche Fragen bezogen.

 

Programm

DatumThemaReferent*in
12.10.2021Begrüßung und Einführung

Prof. Dr. Claudia Dreke und Prof. Dr. Katrin Reimer-Gordinskaya, Hochschule Magdeburg-Stendal

Zeige deine Klasse. Die Geschichte meiner sozialen Herkunft

 

Dr. Daniela Dröscher, Autorin Berlin

19.10.2021

Dauerskandal KinderarmutProf. Dr. Michael Klundt, Hochschule Magdeburg-Stendal
26.10.2021

Zur Position und Lage von Kita-Kindern in Klassenverhäktnissen. Subjekt- und Kindheitswissenschaften im Dialog

Prof. Dr. Katrin Reimer-Gordinskaya, Hochschule Magdeburg-Stendal
02.11.2021


(Künftige) Bewegungsmöglichkeiten für Kinder im sozialen Raum? Unterscheidungskriterienvon LehrkräftenProf. Dr. Claudia Dreke, Hochschule Magdeburg-Stendal
09.11.2021


Round Table: Soziale Ungelichheit als ein zentrales Thema in den Kindheitswissenschaften

Prof. Dr. Susanne Borkowski, Prof. Dr. Claudia Dreke, Prof. Dr. Michael Klundt, Prof. Dr. Katrin Reimer-Gordinskaya, Prof. Dr. Sevasti Trubeta

16.11.2021

Das Ideal sozialer Gleichheit und moderne Begriffe zur Beschreibung sozialer Ungleichheit

Prof. Dr. Erhard Stölting, bis 2008 Universität Potsdam

23.11.2021

"Doppelt frei" - Zur Aktualität marx(isti)scher Gesellschaftsanalysen Dr. Mario Candeias, Direktor des Instituts für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftun, Berlin
30.11.2021

Schicht über Schicht. Klassismus und Adultismus im Zwiespalt von FamilieProf. Dr. Heike Weinbach, Hochschule Rhein-Wahl
07.12.2021



Die Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten (ABF) der DDR. "Stalisitische Kaderschmiede" oder Instrument sozialer Gerechtigkeit?Prof. Dr. Ingrid Miethe, Justus-Liebig-Universität Gießen
14.12.2021



Kampf an der Grenze der Respektabilität. Soziale Milieus in OstdeutschlandProf. Dr. Michael Hofmann, Friedrich-Schiller-Universität Jena
11.01.2022



Vom "Helden der Arbeit" zum rechtspopulistischen Gewalttäter? Deklassierungsprozesse von ostdeutschen Männern und ihre BearbeitungProf. Dr. Sylka Scholz, Friedrich-Schiller-Universität Jena
18.01.2022

Emotionale Stratifikation als neue Form sozialer UngelichheitDr. Polina Aronson, Soziologin und Autorin Berlin
25.01.2022



Community Capitalism: Die neue UnKultur der UmsonstarbeitDr. Tine Haubner, Friedrich-Schiller-Universität Jena
01.02.2022
16:00-18:00 Uhr



Und wie mit sozialer Ungelichheiten umgehen? Praxisorientierte Workshops & Abschluss der Ringvorlesung

 

 

Aktiv für die Rechte der Kinder!

Wintersemester 2023/24

Mitglieder des Netzwerks zur Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland (National Coalition) stellen ihre Arbeit vor.

Die Veranstaltung findet ab dem 17.10. 2023 Dienstags von 16.30 - 18 Uhr am Standort Stendal in Haus 2 Raum 0.03 statt, ist kostenlos und öffentlich.

Eine Online-Teilnahme ist möglich. Anmeldung per Mail - Zugangsdaten werden nach Anmeldung versandt.

Kontakte
Prof. Dr. Beatrice Hungerland
Professur Kindheitswissenschaften
Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften
Hochschule Magdeburg-Stendal
Telefon: 03931 21 87 38 83

Mail-Kontakt: rv-kinderrechte@h2.de

Seit 10 Jahren ist die Hochschule Magdeburg-Stendal Mitglied in der National Coalition zur Umsetzung der UN -Kinderrechte in Deutschland. Dies ist Anlass sich anzusehen, wie dieses Netzwerk arbeitet und was einzelne Mitgliedsorganisationen darin für die Rechte der Kinder in Deutschland leisten.

Hintergrund:
Kinderrechte als Menschenrechte zu sichern - das war 1989 der Grund für die Vollversammlung der Vereinten Nationen das Übereinkommen über die Rechte des Kindes zu verabschieden. Als "UN -Kinderrechtskonvention" (UN-KRK) schreibt es junge Menschen im Alter von 0 - 18 Jahren als Träger eigener Rechte mit speziellen Interessen und Bedürfnissen fest. Die Konvention trat in der Bundesrepublik Deutschland 1992 in Kraft und wurde inzwischen von fast allen Staaten der Erde unterzeichnet. Sie verpflichtet die Staaten, Rahmenbedingungen zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen umzusetzen, die in 54 Artikeln, ergänzenden Fakultativprotokollen sowie 25 allgemeinen Bemerkungen zur Konkretisierung und Umsetzung festgelegt wurden. Alle fünf Jahre müssen die unterzeichnenden Staaten gegenüber dem UN-Fachausschuss für Kinderrechte Bericht erstatten, ob und wie sie diese Rechte im eigenen Land umgesetzt haben. Gleichwohl sind die Kinderrechte kein einklagbares Recht. Daher haben sich in vielen Ländern Nicht-Regierungsorganisationen als "National Coalitions" zusammengeschlossen. Sie achten darauf, dass die Rechte der Kinder auf Schutz, Förderung und Beteiligung tatsächlich in den Staaten umgesetzt werden. In Deutschland ist dies das Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention, dem über 100 Organisationen angehören. Sie haben sich als "Kinderlobby" zur Daueraufgabe gemacht, bestehende Missstände zu erkennen, politische Entscheidungen zu prüfen und ggf. zu beeinflussen. Zudem verfasst das Netzwerk alle fünf Jahre einen "Schattenbericht", der ergänzend zum Staatenbericht beim UN-Kinderrechteausschuss eingereicht und dort ebenso wie dieser behandelt wird.

Die Ringvorlesung wird Einblick in die Arbeit verschiedener Mitglieds-Organisationen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen geben, die an unterschiedlichen Einsatzorten für die Rechte der Kinder tätig sind und sich für die Bekanntmachung der UN-KRK einsetzen. Die Themen der Vorträge sind vielfältig, sie reichen von der Arbeit mit geflüchteten Kindern, Kinderpartizipation in der kommunalen Arbeit oder der Kindertagespflege über Medien für und von Kindern zum Thema Rechte bis zur Umsetzung des Rechts auf eine gewaltfreie Geburt...

Programm

DatumOrganisationReferent*innen
17.10.2023

Einführung NC Kinderrechte-Netzwerk

Beatrice Hungerland,
Pauline Richter
24.10.2023

Kinderfreundliche Kommunen e.V

Heide-Rose Brückner

07.11.2023

BAG Kinderinteressen e.V.

Maria Burkhardt

21.11.2023


Bundesprogramm "KLAPPE AUF! für Demokratie und Kinderrechte!

Armin Beber


28.11.2023

Greenbirth e.V.

Iris Eichholz

05.12.2023

World future council

Samia Kassid

12.12.2023

terre des hommes Deutschland e.V.

Teresa Wilmers

19.12.2023


FRÖBEL Bildung und Erziehung gemeinnützige GmbH

Anna E. Cremer, Kerstin Horak

09.01.2024


Stiftung Digitale Chancen


Jutta Croll


16.01.2024


Bundesverband für Kindertagespflege


Teresa Lehmann


23.01.2024

Unfairtobacco

Sonja von Eichborn

30.01.2024



Bundesfachverband unbegleitete miderjährige Flüchtlinge (BumF) e.V.


Maren Belinchón

 

 

 

Kontakt

Portrait der Mitarbeiter:in

Organisatorin

Prof.in Dr.in Sevasti Trubeta

Tel.: (03931) 2187 38 51
E-Mail: sevasti.trubeta@h2.de

Portrait der Mitarbeiter:in

Organisatorin

Prof.in Dr.in Anne Wihstutz

Tel.: (03931) 2187 38 45
E-Mail: anne.wihstutz@h2.de

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