Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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Diese FAQ bietet einen kompakten Überblick über die wichtigsten Fragen rund um duale Studiengänge. Sie fasst zentrale Informationen zu Ablauf, Voraussetzungen, Bewerbungsprozess und Rahmenbedingungen zusammen. Ziel ist es, Orientierung zu geben und eine fundierte Entscheidungsgrundlage für oder gegen ein duales Studium zu schaffen.

Für Studieninteressierte

Was ist ein duales Studium?

Das duale Studium verbindet wissenschaftliches Hochschulstudium und praktische Tätigkeit in einem Unternehmen. Es gibt also zwei Lernorte, Hochschule und Unternehmen, zwischen denen Sie über den Zeitraum Ihres Studiums hinweg regelmäßig wechseln. Berufspraxis und Studium sind dabei eng miteinander verzahnt. So können Sie Ihr theoretisches Wissen unmittelbar in der Praxis anwenden und aus den Unternehmensphasen praktisches Know-how für das Studium mitnehmen.

Welche dualen Studiengänge gibt es an der Hochschule Magdeburg-Stendal?

An der Hochschule Magdeburg-Stendal können Studieninteressierte derzeit zwischen drei dualen Studiengängen wählen: Bauingenieurwesen, Betriebswirtschaftslehre und Elektrotechnik.

Welche Formen des dualen Studiums gibt es?

Duales Studium ist nicht gleich duales Studium. An der Hochschule Magdeburg-Stendal werden 2 Studienmodelle angeboten:

Beim ausbildungsintegrierten Modell ist, wie der Name schon sagt, eine betriebliche Ausbildung fester Bestandteil des Studiums. Die Studierenden erwerben also nicht nur den Bachelor-Abschluss, sondern auch einen anerkannten Berufsabschluss.

Beim praxisintegrierten Studium ist dies grundsätzlich nicht der Fall, am Ende steht prinzipiell "nur" der Bachelor und viel Berufserfahrung. Studierende des praxisintegrierten Modells können allerdings auch eine sogenannte "Externenprüfung" vor der IHK oder der HWK ablegen und ebenfalls einen der Studienrichtung entsprechenden Berufsabschluss erwerben.

Was ist eine Externenprüfung?

Die Externenprüfung bezeichnet die Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, allerdings mit dem Unterschied, dass die Prüflinge keine klassische Berufsausbildung durchlaufen haben und somit als "Externe" gelten. Die Prüfung wird wie die normale Abschlussprüfung vor der zuständigen IHK bzw. HWK abgelegt. Die Bedingungen zur Zulassung sind im Berufsbildungsgesetz bzw. der Handwerksordnung geregelt. Für Studierende des praxisintegrierten Modells ist die Zulassung in der Regel kein Problem.

Für wen eignet sich das duale Studium besonders?

Duale Studiengänge richten sich an junge Menschen, die nach dem (Fach-)Abitur vor der Wahl zwischen Studium und Ausbildung stehen und die sehen wollen, wofür sie lernen. Praxisintegrierte Studiengänge bieten auch für Studieninteressierte mit abgeschlossener Berufsausbildung eine attraktive Alternative zum Direktstudium, da sie weiterhin im Unternehmen arbeiten können und eine finanzielle Unterstützung erhalten.

Wann beginnt das duale Studium?

Die dualen Studiengänge werden zum Wintersemester im Oktober immatrikuliert. Der duale Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen beginnt allerdings schon im August mit einer betrieblichen Praxisphase.

Wie lange dauert ein duales Studium?

Das duale Studium dauert je nach Studienrichtung zwischen 7 und 9 Semester.

Wie bewirbt man sich für ein duales Studium?

  • Entscheiden Sie sich für eine Studienrichtung.
  • Informieren Sie sich über geeignete Praxisunternehmen, die zu Ihrem gewünschten Studienfach passen.
  • Bewerben Sie sich bei diesen Unternehmen, vergessen Sie nicht, Ihre Motivation und Interessen hervorzuheben.
  • Vereinbaren Sie einen Praxisvertrag mit dem Unternehmen (Vordruck auf den Studiengangswebseiten sowie bei den Koordinatoren erhältlich).
  • Bewerben Sie sich bis zum 15.9. für den Studienplatz an der Hochschule, mit Antragsformular, Hochschulzugangsberechtigung und Lebenslauf, reichen Sie unbedingt auch den Praxisvertrag mit ein.

Wie findet man ein Praxisunternehmen?

Auf den Studiengangswebseiten finden Sie eine Übersicht der jeweiligen Praxispartner des Studiengangs. Alternativ können Sie sich natürlich auch selbst nach einer geeigneten Firma umsehen (zum Beispiel im Internet, auf Bildungsmessen, bei Informationsveranstaltungen in Unternehmen, Studienberatungsstellen, der Arbeitsagentur, der IHK oder der HWK) und diese auf die Möglichkeit des dualen Studiums ansprechen. Weitere Informationen zum Studium erhalten sie dann von der Studiengangskoordinatorin bzw. dem Studiengangskoordinator.

Erhält man beim dualen Studium eine Vergütung?

Dual Studierende erhalten eine monatliche Vergütung, auch in den Studienphasen. In der Regel wird die Vergütung in Form eines Stipendiums mit ansteigender Summe gewährt. Die Höhe der Vergütung bzw. des Stipendiums ist Verhandlungssache, es gibt hier keine gesetzlichen oder tariflichen Vorschriften.

Hat man im dualen Studium auch Urlaub?

Dual Studierende haben keine Semesterferien im klassischen Sinn, dafür aber Anspruch auf Urlaubstage, die sie während der Praxisphasen nehmen können.

Fallen für ein duales Studium Studiengebühren an?

Für das duale Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal fallen keine Studiengebühren an. Es ist lediglich der Semesterbeitrag in Höhe von 326,80€ Euro für Magdeburger Studierende bzw. 318,80€ Euro für Stendaler Studierende zu zahlen.

Sind im dualen Studium auch Auslandssemester möglich?

Auslandssemester sind im dualen Studium zwar nicht vorgeschrieben, können aber in Abstimmung mit dem Praxisunternehmen und der Hochschule absolviert werden.

Stimmt es, dass ein duales Studium eine höhere Belastung ist als ein Direktstudium?

Zugegeben, ein duales Studium ist in der Regel mit mehr Eigeninitiative und Ausdauer verbunden, immerhin sind die dual Studierenden in der vorlesungsfreien im Unternehmen tätig. Die Studienzeit ist damit ziemlich straff organisiert. Auf der anderen Seite bietet das duale Studium die Möglichkeit, von Anfang an in Kontakt mit der Berufspraxis zu kommen, sodass die dual Studierenden mit dem Studienabschluss schon eine umfangreiche Berufspraxis vorweisen können. Zudem erhalten die Studierenden schon während der Studienzeit eine Vergütung und müssen sich nicht um Nebenjobs kümmern, sondern können sich voll auf ihr Fach konzentrieren.

Welche Vorteile bringt ein duales Studium?

Eine Menge! Zunächst einmal ist die Praxisnähe beim dualen Studium stärker ausgeprägt als beim Direktstudium. Durch die Praxisphasen lernen und wissen Sie schon vor dem Berufseinstieg, was im Job gefragt ist und eignen sich wichtige Soft Skills an. Die Kombination von Studium und Ausbildung macht es möglich, in nur 7 bzw. 9 Semestern zwei Abschlüsse zu erwerben. Normalerweise dauert das mindestens 6 Jahre. Mit "einem Fuß in der Tür" haben dual Studierende außerdem gute Übernahmechancen. Die bereits im Studium gemachte Berufserfahrung verbessert generell die Arbeitsmarkt- und Karrierechancen.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich weitere Fragen habe?

Für Ihre Fragen um das duale Studium stehen Ihnen neben der Allgemeinen Studienberatung  auch die jeweiligen Studienfachberater und Koordinatoren jederzeit zur Verfügung. Diese finden Sie auf den Studiengangsseiten.

Für Unternehmen

Für wen ist das duale Studium geeignet?

Das duale Studium endet an der Hochschule Magdeburg-Stendal mit dem Bachelor-Abschluss und entspricht somit einer Erstausbildung. Voraussetzung für die Zulassung ist in der Regel die (Fach-)Hochschulreife. Das Duale Studium richtet sich also in erster Linie an junge Menschen mit (Fach-)Abitur, die ihr Studium mit umfangreichen Praxiseinsätzen ergänzen wollen. Ein praxisintegriertes Studium eignet sich zudem als Mittel der Personalentwicklung, um bspw. Mitarbeitern mit einem Berufsabschluss ein Studium bei gleichzeitiger Weiterbeschäftigung in den entsprechend der Studienordnung vorgesehenen Praxisphasen zu ermöglichen.

weitere Informationen zur Hochschulzugangsberechtigung

Welche Unterlagen müssen vor Beginn des dualen Studiums eingereicht werden?

Die Grundlage für das Angebot eines dualen Studiums durch ein Unternehmen ist der Abschluss eines Kooperationsvertrages zwischen der Hochschule und dem Unternehmen. Dieser Vertrag, den entsprechenden Praktikumsordnungen der Studiengänge zu entnehmen, ist bis zum 15.9. des Jahres in der Hochschule einzureichen, die anschließend prüft, ob das jeweilige Unternehmen als Praxisbetrieb geeignet ist. Das Unternehmen geht damit jedoch keine Verpflichtung ein, regelmäßig eine bestimmte Anzahl an Plätzen bereitzustellen bzw. Studierende zu betreuen.

Wie erfolgt die Bekanntmachung des dualen Studiums?

Die Hochschule und die entsprechenden Fachbereiche informieren über interne und externe Kanäle, auf Veranstaltungen der Studien- und Berufsorientierung und in Abstimmung mit den örtlichen Institutionen der Studien- und Berufsorientierung über die jeweiligen dualen Studienangebote und Partnerunternehmen. Zugleich sollten interessierte Unternehmen auch eigene Werbemaßnahmen gestalten, bspw. entsprechende Stellenangebote auf der Website, in Online-Jobbörsen oder über die IHK-Stipendieninitiative publizieren, Anzeigen schalten, Präsenz auf Studierendenmessen zeigen oder Schülerpraktika anbieten.

Wie erfolgt die Auswahl der Studierenden?

Studieninteressierte bewerben sich zunächst beim Praxisunternehmen, woraufhin jedes Unternehmen selbst die Bewerberauswahl trifft. Die Hochschule bzw. die entsprechenden Fachbereiche werden dabei auf Wunsch beratend aktiv. Im zweiten Schritt erfolgt dann die Bewerbung bei der Hochschule unter Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung (in der Regel Abitur, Fachabitur) und des zwischen Studierendem und Unternehmen geschlossenen Praxisphasen- bzw. Ausbildungsvertrages bis zum 15.9. des Jahres.

Welchen Status haben dual Studierende?

Dual Studierende in einem ausbildungsintegrierten Studiengang sind im Betrieb in der Regel rechtlich Auszubildenden nach dem BBiG gleichgestellt. In praxisintegrierten Studiengängen gilt die betriebliche Phase als Teil der Hochschulausbildung, das BBiG findet hier also keine Anwendung.

Dual Studierende in praxisintegrierten Studiengänge gelten nach der Rechtsprechung weder als gegen Arbeitsentgelt Beschäftigte noch als zur Berufsausbildung Beschäftigte.

Sozialversicherungsrechtlich werden alle dual Studierenden den zur Berufsausbildung Beschäftigten gleichgestellt, sodass sie für die gesamte Dauer ihres Studiums der Sozialversicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung unterliegen.

Welche Kosten kommen auf Praxisunternehmen zu?

An der Hochschule Magdeburg-Stendal werden keine Studiengebühren erhoben. Es fällt lediglich ein Semesterbeitrag an, der in der Regel von den Praxisunternehmen übernommen wird. Hauptkostenpunkt ist damit die Vergütung der dual Studierenden, die in Unternehmenshand liegt. Beim ausbildungsintegrierten Studiengang Bauingenieurwesen bestehen fixe Vergütungssätze, in den praxisintegrierten Studiengängen ist die Höhe der Vergütung mit den Bewerbern zu verhandeln. Es wird die Orientierung an der Vergütung für eine vergleichbare Berufsausbildung empfohlen, sodass sich die dual Studierenden ohne zusätzliches Jobben ganz auf das Studium konzentrieren können. Erhöhte Lebenshaltungskosten durch zusätzliche Fahrtwege oder Unterbringungskosten sollten bei der Festlegung der Vergütung berücksichtigt werden. Die Vergütung ist über die gesamte Dauer des Studiums hinweg zu gewähren, also auch in den Studienphasen. Zudem ist dem dual Studierenden für die Zeiten des betrieblichen Praxis ein Arbeitsplatz sowie Arbeitsmaterialien zu stellen.

Kontakt zur Studienberatung

Portrait der beiden Studienberater:innen

Team der Studienberatung

Tel.: (0391) 886 41 06
E-Mail: studienberatung@h2.de

WhatsApp: 0175 77 22 032 (Datenschutz)
Videochat: per Zoom

Ort: Campus Magdeburg, Haus 4, Raum 0.08.1

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